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Darts-WM, Viertelfinale: Irre! Barney dreht Wahnsinns-Partie

Zu den Kommentaren0 Kommentare   |   Quelle: sportal.de
02. Januar 2016, 00:04 Uhr
Raymond van Barneveld
Unbelievable! Raymond van Barneveld hat gegen den Bully Boy ein 0:3 noch gedreht

Im Viertelfinale ließ Gary Anderson James Wade nicht den Hauch einer Chance. Im Halbfinale trifft der Titelverteidiger auf Jelle Klaasen, dessen Traumreise nach dem Sieg gegen Alan Norris weiter geht. Raymond van Barneveld kämpfte Michael Smith nieder. Adrian Lewis behielt im Kracher gegen Peter Wright die Oberhand und komplettierte das Semifinale.Viertelfinale.

Viertelfinale 

Jelle Klaasen (NED/19) - Alan Norris (ENG) - 5:4 (2:3, 3:2, 0:3, 2:3, 3:1, 3:0, 1:3, 3:2, 3:0)

Der nächste Krimi der WM! Klaasen und Norris lieferten sich ein Match, das einem Viertelfinale absolut würdig war. Im entscheidenden neunten Satz behielt der favorisierte Klaasen die Ruhe und konnte sich wieder auf seine Doppelachtzehn verlassen - Matchdart Nummer vier fand sein Ziel.

Es brauchte einen 1:3 Rückstand nach Sätzen, ehe The Cobra so richtig in Fahrt kam. Doch nach wackeligem Beginn drehte der Favorit auf und profitierte vor allem von einer starken Quote auf die Doppel.

Eines der Highlights seiner Aufholjagd waren sieben perfekte Darts, die dem Niederländer im sechsten Satz gelangen, den Klaasen anschließend ohne Probleme für sich entscheiden konnte. In dieser Phase der flogen die Darts wie an der Schnur gezogen in die Doppel und am Ende stand mit einer Trefferquote von 47 Prozent ein starker Wert auf dem Boxscore.

Zuvor hatte Norris Freundschaft mit dem Mad House geschlossen. Die Doppeleins, die bei den Spielern nicht gerade beliebt ist, sorgte bei Chuck für große Freude. Zwei Mal gelang Norris ein Set-Gewinn über das Mad House.

Von der Aufholjagd zeigte sich Norris zunächst unbeeindruckt, entschied den siebten Satz für sich und sorgte im Achten mit acht perfekten Darts für das nächste Highlight. Doch das alles half nichts mehr gegen den heiß gelaufenen Klaasen, der mit einem Average von 99,35 nur knapp unter der Hundertermarke blieb. Doch auch Chuck Statistiken konnten sich sehen lassen: Er traf 44 Prozent seiner Doppel und erzielte im Durchschnitt 98 Punkte pro Aufnahme.

Gary Anderson (SCO/2) - James Wade (ENG/7) 5:1 (3:2, 3:0, 3:0, 1:3, 3:1, 3:0)

Wow! So spielt ein Weltmeister! Der Flying Scotsman dominierte Wade mit seinem starken Average (105 Punkte) nach Belieben und buchte mit einem Start-Ziel-Sieg das Ticket für das Halbfinale, in dem er auf Jelle Klaasen trifft.

Direkt im Eröffnungssatz bewies der Weltmeister seine Klasse, indem er seine drei Legs in einer noch etwas holprigen Anfangsphase souverän ins Ziel brachte. Mit der Führung im Rücken lief der Schotte heiß und überrannte die Nummer sieben der Order of Merit in den nächsten beiden Sätzen förmlich zur Vorentscheidung. Das Highlight: Acht perfekte Pfeile im zweiten Durchgang.

Aber ganz glanzlos wollte sich der Engländer nicht abkochen lassen: So präsentierte Wade sein erstes High-Finish und schnappte sich mit einem Break immerhin einen Satz. Der Champion war also wieder gefordert - und er lieferte. Völlig unaufgeregt brachte Anderson seine Legs wieder ins Ziel und war mit dem Bullseye zur Stelle, als Wade die Tür bei seinem Service offen ließ.

The Machine bekam keinen Fuß mehr auf den Boden und beendete die Partie mit einem 88er Average, wobei er 43 Prozent seiner Würfe auf das Doppel verwandelte. Anderson garnierte sein starkes Scoring mit einer Checkout-Quote von 53 Prozent.


Raymond van Barneveld (NED/16) - Michael Smith (ENG/8) 5:4 (2:3, 2:3, 0:3, 3:0, 3:1, 3:0, 3:1, 1:3, 4:2)

Wechselbad der Gefühle im Ally Pally! Van Barneveld schmiss Smith in einer wahren Achterbahnfahrt aus der WM! Erst beherrschte Smith die Partie nach Belieben, doch dann verlor der Engländer den Faden. Barney war mit seiner Routine zur Stelle und drehte das Geschehen dank einer starken Checkout-Quote. Smith meldete sich zwar noch rechtzeitig zu Wort, hat sogar einen Matchdart, doch im Entscheidungssatz machte Barney in der Verlängerung den Deckel drauf.

Die ganze Partie über bestimmte der Bully Boy das Tempo: Denn während Barney weitgehend konstant auf einem guten Niveau agierte, schwankten die Leistungen von Smith erheblich. Mal feuerte er aus allen Rohren, mal wollte ihm so gut wie gar nichts gelingen. Am Ende hatten beide vergleichbare Werte: Barneys Average lag bei 99 Punkten, wobei er 47 Prozent seiner Chancen auf das Doppel verwandelte. Smith kam pro Aufnahme auf durchschnittlich 98 Punkte, wobei er eine Checkout-Quote von 44 Prozent hatte.

Für das erste Highlight sorgte Barney, indem er Smith mit einem 121er Finish über das Bullseye breakte. Doch Smith gelang postwendend das Rebreak und als van Barneveld im Decider knapp an der 170 scheiterte, tütete die Nummer Acht der Order of Merit den ersten Durchgang ein. Auch im zweiten Satz gelang beiden Spielern ein Break, sodass die Entscheidung erneut im Decider fallen musste - und wieder behielt Smith einen coolen Kopf. Bitter für Barney, hatte der Niederländer doch schon Satzdarts.

Mit der Zwei-Satz-Führung im Rücken traf Smith einen Satz lang alles und vollendete den sauberen Satzgewinn mit einem 121er Finish über das Bullseye. Wie würde Barney auf den großen Rückstand reagieren? Beeindruckend! Der fünffache Champion drehte völlig am Rad und startete eine unglaubliche Aufholjagd: Nicht weniger als vier Sätze schnappte sich der Niederländer am Stück. Überhaupt beeindruckte der 48-Jährige mit zahlreichen High-Finishes - allein die 121 machte er vier Mal aus.

Kurz vor Feierabend bekam Smith aber dann doch noch den Fuß in die Tür und erzwang den Entscheidungssatz: In diesem gelang Smith im dritten Leg mit einem 130er-Finish das erste Break, doch der Altmeister schlug direkt zurück. In der Verlängerung behielt Barney einen kühlen Kopf, breakte Smith umgehend und zog in die Runde der letzten Vier ein. Umso ärgerlicher für Smith, da er im letzten Leg die große 18 verpasste und so keine Chance auf das Doppel bekam.

Adrian Lewis (ENG/5) - Peter Wright (SCO/4) 5:2 (3:1, 3:1, 3:0, 2:3, 3:2, 1:3, 3:2)

In einer einseitigen Partie lief Lewis Wright früh davon und spielte in der Folge seine Führung letztlich ungefährdet herunter. Allerdings profitierte er davon, dass der Schotte in den entscheidenden Momenten Federn ließ.

Doch von Anfang an - was war das für ein Sahne-Start vom Jackpot: Der Engländer stampfte Peter Wright regelrecht in Grund und Boden. Neun zu drei Legs nach drei Sätzen spiegelte die Dominanz von Lewis wieder. Besonders die Nachlässigkeiten auf die Doppel (zwischenzeitlich bei knapp 20 Prozent) warfen Wright immer wieder schmerzhaft zurück.

Das erste Highlight präsentierte der Paradiesvogel im Decider des vierten Durchgangs, als er mit einem Zwölf-Darter zur Gegenwehr blies. Diesem Vorhaben ließ er im Eröffnungs-Leg des fünften Satzes direkt ein Break folgen, doch nur kurz darauf die Entscheidung: Sowohl im vierten, als auch im fünften Leg vergab Wright Möglichkeiten zum Satz-Gewinn und Lewis erhöhte auf 4:1.

Zwar konnte Wright seinen nächsten Durchgang durchprügeln und Lewis im letzten Satz sogar noch breaken, allerdings verpasste er im vierten Leg das Bullseye zum Satzgewinn. Lewis war zur Stelle und erzwang den Decider: In diesem ließ der Jackpot drei Matchdarts liegen, doch wieder vergab Wright die Chance auf das Doppel. Seinen vierten Versuch für das Halbfinalticket nutzte Lewis.

Am Ende stand Lewis bei einem 103er Average und 43 Prozent verwandelter Möglichkeiten auf die Doppel. Wright produzierte im Schnitt ebenfalls 103 Punkte pro Aufnahme, seine Checkout-Quote korrigierte er auf 36 Prozent.

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