Die kritischen Stimme, die sagen, dass die Dallas Mavericks es in diesem Jahr nur mit einer MVP-Saison von Dirk Nowitzki in die NBA-Playoffs schaffen werden, haben neue Nahrung bekommen. Ohne ihren Superstar waren die Mavs im Testspiel beim FC Barcelona chancenlos.
Beim 85:99 (40:42) wurde Nowitzki wegen eines Blutergusses im rechten Knie geschont und saß während der gesamten Spielzeit auf der Bank. Beim 89:84-Sieg über ALBA Berlin einige Tage zuvor hatte der Deutsche noch mitwirken können, doch in Barcelona musste Nowitzki tatenlos zuschauen, wie seinem Team teilweise eine Lehrstunde erteilt wurde.
Nach einer engen ersten Halbzeit (40:42) eilte der 17-malige spanische Meister den Mavs durch einen 21:7-Lauf im dritten Viertel auf 74:56 davon. Dallas zeigte zumindest Moral, konnte aber nur noch auf sechs Punkte Rückstand verkürzen. Spätestens mit dem fünften erfolgreichen Dreipunktewurf von Juan Carlos Navarro zum 97:85 sicherte Barcelona aber seinen insgesamt dritten Sieg über eine Mannschaft aus der NBA.
Neben Navarro war der US-Amerikaner Pete Mickeal mit 19 Punkten Topscorer des FC Barcelona. Bei Dallas kam Chris Kaman auf 15 Zähler und zehn Rebounds.
Ohne Nowitzki keine Playoffs für die Mavericks
Auch wenn sich Nowitzki in einem Interview nach dem knappen Sieg in Berlin noch optimistisch zeigte, so machte die Niederlage in Barcelona doch deutlich, dass die Playoffs für die Mavericks dieses Jahr eine sehr hohe - vielleicht zu hohe - Hürde sein werden.
Dies hatte im Juli bereits Deron Williams vielleicht geahnt, was den Guard der Nets dazu bewog, in Brooklyn zu bleiben und nicht zu den Mavericks zu wechseln. Was in den vergangenen Tagen einen verbalen Schlagabtausch quer über den Atlantik zwischen Williams und Mavs-Besitzer Mark Cuban zur Folge hatte, sagte doch der Nets-Guard, dass die Abwesenheit Cubans bei den Vertragsgesprächen der Hauptgrund für Williams Absage gewesen sei.
Dass die Mavericks zu abhängig von einer starken Saison Nowitzkis sind, wird ein weiterer nicht zu unterschätzender Grund gewesen sein, der von den meisten NBA-Experten geteilt wird.
Die Mavs sind erst seit etwas mehr als einer Woche im gemeinsamen Training. Es ist noch zu früh, bereits den Stab über sie zu brechen, doch die beiden Spiele in Europa zeigten, dass Coach Rick Carlisle noch viel Arbeit vor sich hat und vielleicht sogar vor einer Mission Impossible steht.
