Russland gegen Portugal - da war doch was? Richtig, vor acht Jahren gingen die Russen mit 1:7 unter und verpassten die WM-Qualifikation. Zumindest Letzteres könnte sich erneut wiederholen, dafür sorgen will der Star von damals und heute: Cristiano Ronaldo.
Es war ein traumatischer Abend, den der russische Fußball am 13. Oktober 2004 in Lissabon erleben musste. Damals war die Sbornaja in Lissabon von Portugal nach allen Regeln der Kunst demontiert worden - eine bittere Klatsche, die am Ende mit dazu beitrug, dass Russland die WM 2006 in Deutschland verpasste. Überragender Mann damals auf dem Feld: Cristiano Ronaldo, der einen Doppelpack erzielte.
Nun treffen die Kontrahenten wieder aufeinander, wieder geht es um die Qualifikation für eine WM, beide Teams stehen Kopf an Kopf mit sechs Punkten an der Spitze der Gruppe F, doch diesmal ist das Lushniky-Stadion in Moskau der Austragungsort. Der Haupt-Protagonist auf Seiten Portugals heißt allerdings immer noch Cristiano Ronaldo.
Derzeit ist der Superstar zwar noch von einer Schulterblessur gehandicapt, die er allerdings bis zum Anpfiff wohl auskuriert haben wird, so dass seinem 99. Länderspiel-Einsatz nichts im Wege stehen sollte. "Das zeigt, mit welchen Qualitäten und mit was für einem enormen Willen er immer bereit ist, Portugal zu vertreten. Er wird noch sehr, sehr viele Länderspiele machen", lobte Portugals Rekord-Nationalspieler Luís Figo den 27-Jährigen.
Portugal erwartet in Russland ein frostiger Empfang
Den Portugiesen droht allerdings ein frostiger Empfang - nicht nur wegen der gegnerischen Fans, sondern vor allem klimatisch. "Das Team hatte bei der Landung in Moskau Null Grad", lauteten die Überschriften der portugiesischen Online-Portale. Ein herber Temperatursturz verglichen mit den derzeit angenehmen Spätsommertemperaturen von zuletzt 23 Grad Celsius in Portugal. Und noch etwas ist gewöhnungsbedürftig für die Gäste: der Kunstrasen.
"Das ist etwas ganz anderes. Wir werden uns schnell daran gewöhnen müssen", meinte Pepe und auch sein Verbands-Vize-Präsident Humberto Coelho warnte: "Russland hat ein sehr starkes Team, das wird ein schweres Spiel. Aber wir wollen gewinnen und uns vom gefährlichsten Rivalen distanzieren." Russland sei unter dem neuen Coach Capello viel stärker geworden, begründete der Ex-Nationaltrainer: "Sie sind besser organisiert und haben mehr taktische Disziplin. Der 4:0-Sieg gegen Israel hat ihnen zudem noch mehr Selbstvertrauen gegeben."
Cristiano Ronaldo kehrt nach Moskau zurück
Selbstvertrauen, das die Truppe unbedingt braucht und das vor allem auch Capello gelegen käme. Ein Sieg gegen Portugal würde die Hausmacht des 66-jährigen Italieners in jenen Grabenkämpfen im Fußballverband stärken, die seinen Vorgänger Dick Advocaat letztendlich zermürbten. Wenn Cristiano Ronaldo da mal nicht etwas gegen hat.
Schließlich kehrt er an den Ort eines der größten Triumphe seiner Karriere zurück. 2008 hatte Cristiano Ronaldo in Moskau mit Manchester United dort gegen den FC Chelsea das Champions-League-Finale gewonnen und dabei per Kopf das wichtige Führungstor erzielt.
