Cristiano Ronaldo hat bei Real Madrid großen Wirbel ausgelöst. Er sei nicht glücklich, ließ er verlauten und stellte das Jubeln ein. Die Presse stochert auf der Suche nach den Gründen im Nebel. Dabei hat Ronaldo 5 Millionen Gründe, warum er traurig sein könnte.
Cristiano Ronaldo von Real Madrid hat ein wahres Erdbeben in der Medienlandschaft ausgelöst. Gerade als Real Madrid den ersten Punktspielsieg eingefahren und nach seinem verpatzten Saisonstart die Gefahr einer Krise gebannt hatte, eröffnete der Portugiese das Störfeuer. "Ich bin nicht glücklich", sagte Cristiano Ronaldo vieldeutig.
Ronaldo folgt Mourinho, oder dem Geld
Der Superstar soll dem Real-Präsidenten Florentino Pérez gar mit einem Vereinswechsel gedroht haben. Hätte Ronaldo diese Drohung allerdings ernst gemeint, hätte der 27-Jährige sie nicht unmittelbar nach dem Abschluss der Transfer-Periode vorgebracht, sondern schon vor dem 31. August. Es deutet vielmehr alles darauf hin, dass Ronaldo mit seiner "Traurigkeit" eine bestimmte Taktik verfolgt. Aber was will er erreichen?
Will Ronaldo den "FC Cristiano"?
Ronaldo könnte es also um Macht und Anerkennung gehen. "Er will erreichen, dass die Mannschaft ihn als die unumstrittene Führerfigur anerkennt und sich dafür einsetzt, dass er zum Weltfußballer des Jahres gekrönt wird." Bei Real sind einige Schlüsselspieler wie die Welt- und Europameister Iker Casillas oder Sergio Ramos anscheinend nicht gewillt, Ronaldo eine uneingeschränkte Führungsposition einzuräumen und den Club zu einem "FC Cristiano" zu machen, wie "El País" schreibt.
In der Vergangenheit war schon häufiger zu angeblichen Grabenkämpfen im Real-Kader zwischen Spaniern und Portugiesen gekommen. So wurde zum Beispiel über einen Konflikt im Training zwischen Trainer Mourinho und den Spielern Iker Casillas und Sergio Ramos berichtet. Wahrscheinlicher ist aber, dass es wieder einmal um das liebe Geld geht.
Ronaldos 5 Millionen Gründe der Traurigkeit
Bei Manchester United hatte Cristiano Ronaldo in sechs Jahren fünf Gehaltsaufbesserungen erhalten, bei Real noch keine. Nach Informationen der Zeitung "El Mundo" geht Ronaldos "Traurigkeit" jedoch nicht auf aktuelle Gehaltsforderungen zurück, sondern auf ein steuerliches Problem bei einer Verlängerung des 2015 auslaufenden Vertrags.
Derzeit zahle Real für das Gehalt des Portugiesen nach der sogenannten "Beckham-Regelung" einen ermäßigten Steuersatz von 24 Prozent, schreibt das Blatt. Von 2015 an werde der Spitzensteuersatz von 52 Prozent fällig. "Das macht einen Unterschied von fünf Millionen Euro aus und ist der Auslöser von Ronaldos Traurigkeit."
Presse überschüttet Ronaldo mit Häme
Nicht überall kommt die vermutete Geldgier des Portugiesen gut an. So titelte zum Beispiel die "El Mundo": "Die Prinzessin ist traurig". Auch "La Vanguardia" bezeichnete das Jammern des Portugiesen als "launisch und unangebracht". Die "Marca" titelte "Genug, ist genug" und "El Mundo" legte nach: "Reich, gut aussehend und traurig." Die Cluboberen wissen, warum er seine Tore nicht mehr feiert, sagte Ronaldo vieldeutig. Das will man hoffen, denn die Öffentlichkeit ist ratlos.
