Sandro Cortese ist im Qualifying auf dem Sachsenring mit viel Risiko gefahren und wurde belohnt. Der Moto3-Pilot schnappte sich den ersten Startplatz. Bradl ist mit dem sechsten Rang nicht ganz zufrieden, obwohl er die Chance auf einen vorderen Platz bewahrte.
Dem Regen getrotzt und die Fans jubeln lassen: Die beiden besten deutschen Motorrad-WM-Piloten Sandro Cortese und Stefan Bradl haben im Qualifikationstraining ihre gewachsene Reife demonstriert und ihren Anspruch auf vordere Plätze beim deutschen Grand Prix am Sonntag auf dem Sachsenring angemeldet. Cortese fuhr in der Moto3-Klasse auf Platz eins. Bradl belegte in der MotoGP-Kategorie Rang sechs.
Cortese strahlte, nachdem er in der letzten Runde des Qualifikationstrainings die so nicht für möglich gehaltene Bestzeit in den regennassen Asphalt des Sachsenrings gebrannt hatte. 1:42,989 Minuten bedeuteten 128,32 Kilometer pro Stunde Durchschnittsgeschwindigkeit und das bei strömendem Regen.
Für jedes Wetter gerüstet
"Es war sehr viel Risiko dabei. Ich bin sehr lange draußen geblieben und immer über dem Limit gefahren", meinte Cortese, der die erste Pole Position eines Deutschen auf dem Sachsenring seit der Rückkehr des WM-Laufes auf die Traditionsstrecke 1998 als Riesenmotivation bezeichnete. "Und es war ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz", betonte der 22-Jährige.
In den drei Trainingssitzungen zuvor hatte er stets mit Abstimmungsproblemen an seiner KTM zu kämpfen. "Jetzt dürften die behoben sein, ich denke, wir sind für alle Wetterlagen am Sonntag vorbereitet", sagte Cortese, der sich keinen Illussionen hingibt, dass WM-Spitzenreiter Maverick Vinales aus Spanien mit Startplatz 24 schon geschlagen ist. "Egal, von wo aus er startet, er wird im Rennen da sein. Vielleicht dauert es hier etwas länger, aber er wird kommen", betonte er.
Bradl wollte mehr
Im spannendsten Qualifying der jüngeren Vergangenheit war Bradl bis kurz vor dem Ende auf Pole-Kurs. Immer wieder konterte der Zahlinger die gerate aufgestellten Bestzeiten. Am Ende war Titelverteidiger Casey Stoner aus Australien aber 0,77 Sekunden schneller als der der 22-Jährige. "Ich bin schon etwas enttäuscht, aber ich bin auf langsam fahrende Piloten aufgefahren und dann war die schnelle Runde futsch. Es wäre definitiv besser als Platz sechs geworden», erzählte er.
Seit einem Jahr fühlt er sich im Nassen sehr wohl. "Wodurch das gekommen ist, kann ich gar nicht so recht sagen. Ich habe mich zu einem Regenfahrer entwickelt", meinte Bradl, der mit dem Qualifying zufrieden war. "Ich war immer gut dabei, konnte immer mithalten. Das war sehr positiv", sagte der Honda-Pilot. Die Bedingungen für den Rennsonntag sind ihm egal. "Wir sind vorbereitet", betonte er. Ein Podestplatz wäre schön. "Aber das wird ein Reifenpoker", prophezeite Bradl.
