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Champions League: Juventus erteilt Borussia Dortmund Lehrstunde

Zu den Kommentaren8 Kommentare   |   Quelle: sid
19. März 2015, 09:05 Uhr
Borussia Dortmund
Für Borussia Dortmund war Endstation

Nach der bitteren Lehrstunde in der Champions League redete Weltmeister Mats Hummels Klartext. "Die zweite Halbzeit war unterirdisch von uns. Wir hatten 10, 15 unbedrängte Ballverluste. Wir waren chancenlos und haben auch in der Höhe verdient verloren", sagte der Weltmeister nach dem 0:3 (0:1) im Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin im ZDF.

Die BVB-Profis schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz, der deutsche Vizemeister dürfte sich zumindest für eineinhalb Jahre von Europas großer Fußball-Bühne verabschiedet haben. "Schade, dass das letzte Champions-League-Spiel für eineinhalb Jahre so ablaufen musste. Wir hatten doch einige wunderschöne Abende. Das ist heute ein Niederschlag", sagte Hummels und fügte mit Blick auf den bisher enttäuschenden Saisonverlauf in der Bundesliga an: "Wir hatten dieses Jahr einfach nicht die Verfassung, in der Champions League mehr zu holen."

Die Partie im RE-LIVE

Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel schockte Carlos Tévez die BVB-Fans unter den 65.851 Zuschauern in der ausverkauften Dortmunder Arena mit einem Distanzschuss bereits in der 3. Minute. Alvaro Morata (70.) und erneut Tévez (79.) beendete schließlich endgültig alle Träume von der dritten Viertelfinal-Teilnahme in Folge und weiteren Millionen-Einnahmen. Mit 0:3 hatten die Dortmunder in der Königsklasse vor eigenem Publikum zuletzt 1999 gegen Rosenborg Trondheim verloren.

"Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir hatten uns mehr vorgenommen, kamen aber nicht in Schwung", sagte Torhüter Roman Weidenfeller, der beim ersten Gegentor keine gute Figur machte: "Ich habe den Ball zu spät gesehen. Dann war er im Dreieck drin."

Dortmund fehlen Ideen

Hinten schwach, vorne ideenlos: Wie schon bei den Nullnummern in der Liga beim Hamburger SV und gegen den 1. FC Köln fiel der BVB-Offensive nicht viel ein. "Gerade in den wichtigen Spielen schießen wir eben nicht das Tor", sagte Weidenfeller angesichts der mangelnden Durchschlagskraft im Angriff. Besser machte es der italienische Meister, der bei seinen wenigen Vorstößen immer gefährlich war.

Die Begegnung begann mit ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen der Fans, die sich auf ein Fußball-Fest mit stürmischen Angriffen der Borussia eingestimmt hatten. Doch das frühe Zeichen setzte Juventus, als Tévez den Ball aus 21 Meter in den Winkel des Dortmunder Gehäuses hämmerte. "Das frühe Gegentor war das Schlimmste, was passieren konnte. Juve war nicht nur clever, sondern hat es auch fußballerisch richtig gut gemacht", sagte Klopp.

Das Tor spielte dem Tabellenführer der Serie A in die Karten. Dortmund erhöhte zwar in der Folge den Druck, kam aber nicht zu Abschlüssen. Eine klare Torchance gab es in der ersten Halbzeit nicht. "Wir waren insgesamt ein bisschen zu zögerlich, das hat sich durch das Spiel gezogen. Dann hat man im Viertelfinale nichts verloren. Wir sind zurecht rausgeflogen", so Klopp.

Pause ohne Wirkung

Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild: der BVB mühte sich, doch die Angriffe verpufften spätestens an der Strafraumgrenze. Morata (50. und 56.) hatte bei Kontern zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß, scheiterte jedoch jeweils an Weidenfeller.

Je mehr die Italiener mit ihrer geballten Erfahrung und ihrem Selbstbewusstsein das Spiel kontrollierten, je mehr schwand der Glaube der Borussen an die Wende. Obwohl der BVB die Gruppenphase als Tabellenführer beendete ließ der Finalist von 2013 die Klasse vorheriger Wettbewerbe vermissen.

Dass Kevin Kampl in der 61. Minute mit dem ersten Torschuss des BVB Juves Torwart-Routinier Gianluigi Buffon prüfte, passte ins Bild, ebenso wie das 0:2 ohne Gegenwehr durch Morata. Auch beim 0:3 von Tevez machte die BVB-Defensive keinen guten Eindruck.

zu "Champions League: Juventus erteilt Borussia Dortmund Lehrstunde"
8 Kommentare
Letzter Kommentar:
Gummitwist schrieb am 19.03.2015 17:18
Marcel Reif: Finde ich auch. War lustig, daß der BVB mit ihrem Klopp, der im Vorfeld ein großartiges Spiel, ein "Spektakel", angkündigt hatte, um das von ihm so bezeichnete "gute Ergebnis des Hinspiels" auszubügeln, überrascht feststellen musste, daß Juve auch nicht schlechter ist als der HSV oder Köln, sondern vorne auch traf, und nicht nur verhinderte. Gut, daß mit dem BVB der wohl schwächste Achtelfinalist der CL-Saison draussen ist. Im Viertelfianle geht es rund, mal sehen, welche Auslosungspaare entstehen. Jaja, der gute alte Klopp: wer sich im (sehr relativen) Erfolg schlecht benimmt, bekommt das irgendwann zurück. Jaja. So wie es jetzt kommt, so hat er es bestimmt auch gemeint, der Klopp mit seinem Adlatus Watzke.
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