Der FC Bayern sei wie James Bond, nur eben der Bösewicht! So erklärte es BVB-Coach Jürgen Klopp dem Guardian. Das Finale der Champions League wird also ein Kampf zwischen Gut und Böse. Doch auch die dunkle Seite kann gewinnen, wie sportal.de herausgefunden hat.
Kein Wunder, dass Jürgen Klopp den FC Bayern München in dem Interview mit dem Guardian als Bösewicht aus den James Bond-Romanen von Ian Fleming darstellte. Denn laut dessen Biografie wurde der Spion in Wattenscheid, im Ruhrgebiet geboren - am 11. November 1920. Ganz in der Nähe von Dortmund, ein Lokalpatriot also.
Nun treffen sich also die beiden besten Mannschaften aus Europa im Finale der Champions League (Samstag, 20:45 Uhr im Live-Ticker) und das Wembley Stadium zu London fungiert als Spielstätte. Schon im Laufe der Saison flogen einige Giftpfeile quer über die A7, nun folgt der Showdown. sportal.de hat fünf Gründe ausgemacht, wieso der FC Bayern München den Titel gewinnen wird.
Die Kadertiefe des FC Bayern München
In den letzten beiden Jahren hat sich der BVB die Meisterschaft geholt, den FC Bayern München in die sprichwörtliche Röhre blicken lassen. Uli Hoeneß und seine Kollegen haben reagiert, viel Geld in die Hand genommen und den Kader massiv in die Breite gezogen. Auf der Bank finden sich plötzlich gestandene Profis, die in jedem anderen Team als Verstärkung angesehen würden.
Jupp Heynckes hat die Qual der Wahl. Läuft es nicht, bringt es Arjen Robben, Mario Gomez, Claudio Pizarro oder Xherdan Shaqiri. Die Liste ist fast beliebig fortsetzbar. Der FC Bayern München könnte mit zwei Mannschaften an der Bundesliga teilnehmen und es wäre nicht unwahrscheinlich, wenn der Meister sowie Vizemeister in diesem Falle aus München käme.
Die Gesundheit der Spieler
Diese Tiefe wird momentan nicht von Verletzungen torpediert. Einzig Toni Kroos fällt an den Folgen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel für das Finale in der Champions League aus. Und natürlich Holger Badstuber, dessen Ausfallzeit sich gerade um weitere zehn Monate verlängert hat. Ansonsten sind alle Spieler fit. Jupp Heynckes hat tatsächlich die freie Auswahl und jeder Spieler wird sich im Training massiv um einen Platz in der Startaufstellung bewerben.
Anders sieht es beim Gegner aus. Lukasz Piszczek wartet nur auf das Ende der Saison, um seine Hüftprobleme in Ruhe auskurieren zu können. "Ich versuche, bis zum Saisonende damit durchzukommen", erklärte er Ende März auf bvb.de. Mario Götze fällt ebenfalls in London aus.
Mats Hummels wird indes nach seiner Bänderverletzung im Knöchel wohl auflaufen, hat allerdings Trainingsrückstand. Sollte der Arzt Bedenken äußern, bekommt Trainer Jürgen Klopp ein Problem. Denn Ilkay Gündogan ist eigentlich als Ersatz für Götze vorgesehen. Sollte Hummels ausfallen, müsste der Nationalspieler doch auf der Sechs spielen - ansonsten läge die Spieleröffnung brach.
Die Form des FC Bayern München
Der BVB ist Vizemeister, hat das Finale der Champions League erreicht. So schlimm kann es um die Westfalen also nicht bestellt sein. Auf der anderen Seite eilt der FC Bayern München von Rekord zu Rekord.Der FC Barcelona wurde insgesamt mit 7:0 besiegt, die Meisterschaft sechs Spieltage vor Ende der Bundesliga-Saison eingefahren.
Momentan erlaubt sich kaum ein Spieler eine Schwäche. Franck Ribery befindet sich in der Form seines Lebens, Arjen Robben agiert mannschaftsdienlicher als jemals zuvor und die Defensive stellte mit nur 18 Gegentreffern einen weiteren Rekord auf - von der Offensive mit 98 Treffern ganz zu schweigen. Der Rekordmeister befindet sich praktisch auf der Höhe seines Schaffens.
Die Erfahrung des FC Bayern München
Zwei Finalniederlagen musste der FC Bayern München in den letzten Jahren in der Champions League hinnehmen. Gerade die Pleite im vergangenen Jahr schmerzte, als man den FC Chelsea beherrscht, aber den Sieg nicht eingetütet hatte. Es stellt sich die Frage, ob diese Erfahrung sich zu einem Trauma ausweiten kann. Der Verlauf der Saison spricht eine andere Sprache.
Die Niederlage scheint das Team, wie beim Finalsieg 2001, weiter motiviert zu haben. Die Spieler um Bastian Schweinsteiger, Franck Ribery, Philipp Lahm und Thomas Müller kennen das Gefühl, auf den Punkt konzentriert sein und dem Druck standhalten zu müssen. Die Situation ist in München bekannt, ein alter Weggefährte. Und der wird nicht hemmend, sondern förderlich sein.
Der stärkere Wille des FC Bayern
Natürlich spielt auch der Wille eine Rolle, wenn auch nur zu einem kleinen Prozentpunkt. Denn auch der BVB will den Titel gewinnen. Beim FC Bayern München kommen hier jedoch viele Faktoren zusammen. Wie angesprochen hat man das Finale im eigenen Stadion unglücklich verloren. Die Motivation, diese Scharte auszuwetzen, ist spürbar.
Der Kader wurde für dieses Ziel zusammengestellt. Die Spieler brennen auf die Chance, endlich die Königstrophäe zu gewinnen. Ein ganzes Jahr wurde sich auf dieses Spiel fokussiert. Dabei ist es den Münchnern egal, ob sie zum Favoriten gemacht und der Druck so potenziert werden soll. Im Spiel gegen Gladbach drehten die Spieler einen Rückstand und lieferten einen Vorgeschmack ihrer Willensstärke.
Und nicht zu unterschätzen ist, dass es die Abschiedstour vom scheidenden Trainer Jupp Heynckes ist. Auf seinem Bauernhof wurde das Team bei Sauerbraten nochmals eingeschworen. Natürlich kämpfen die Spieler in erster Linie für sich, wollen den Titel in ihrer Vita finden, den Briefkopf so ausbauen. Aber trotzdem werden sie auch für ihren Trainer bis an die Leistungsgrenze gehen.
Das große Aber ....
Aber letztlich geht es im Fußball auch nur um die Form an einen Tag, in den ganz speziellen 90 oder 120 Minuten. Ein Fehler kann reichen, um eine nahezu perfekte Saison doch noch zu zerbrechen. Eine falsche Entscheidung des Schiedsrichters ist nicht über viele Spiele hinaus ausgleichbar und kann zum Zünglein an der Waage verkommen. Denn begonnen wird mit 0:0.
