Antonio Cassano gibt sich selbst die Schuld daran, nicht mehr erreicht zu haben
Antonio Cassano von Inter Mailand hat sich in einem Interview die Schuld dafür gegeben, in seiner Karriere nicht mehr erreicht zu haben. Mit dem modernen Fußball geht der Stürmer hart ins Gericht.
In einem für "Italia1" aufgezeichneten Gespräch mit seinem ehemaligen U21-Nationaltrainer Marco Tardelli zeigte sich Cassano laut "Gazzetta dello Sport" im Rückblick auf seine Karriere selbstkritisch: "Es war mein Fehler, dass ich keine erfolgreichere Karriere hatte. Ich dachte, ich komme nur mit natürlicher Begabung durch. Ich habe für große Klubs gespielt, aber immer sehr wenig erreicht."
Bei wichtigen Entscheidungen habe er hauptsächlich danebengelegen. "Andere brachten mich in die Position, Fehler zu machen. Ich war im Recht und schwenkte innerhalb von Sekunden um, sodass ich falsch lag", sagte der 30-Jährige.
Cassano will seine Kinder nicht im Fußballgeschäft sehen
"Ich habe nur 50% von dem erreicht, was ich hätte erreichen können. Ich habe immer auf eine sehr unprofessionelle Art trainiert", so Cassano weiter.
Dass seine Kinder seine Fehler wieder gutmachen, will der Stürmer auf keinen Fall. Der moderne Fußball sei verkommen: "Ich habe meinen Kindern gesagt, dass es die wichtigste Sache überhaupt ist, nichts mit dem Fußballgeschäft zu tun zu haben. Ich bin müde geworden vom modernen Fußball. Dort sind zu viele falsche Personen involviert. Zu viele...darf ich 'Arschkriecher' sagen?"
Cassano spielt seit 2012 für Inter, nachdem er vorher ein Jahr beim Stadtrivalen AC Milan unter Vertrag stand. In 39 Einsätzen erzielte der Stürmer neun Tore und bereitete 15 weitere Treffer vor. Seit Beginn des Jahres hat Cassano mit Verletzungen zu kämpfen, aktuell pausiert er wegen eines Mittelhandbruchs.
Autor: Martin Grabmann