Es drängt sich der Eindruck auf, der interessanteste Fakt zum Spiel des BVB in Manchester sei Watzkes Kritik am System City. Das stimmt natürlich nicht. sportal.de analysiert die taktischen Trends und sieht dabei durchaus gute Chancen für einen Erfolg der Borussia.
Watzke hatte in einem kicker-Interview die Strukturen beim englischen Meister an den Pranger gestellt, wo die Abu Dhabi United Group, angeführt von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, Millionen in den Club pumpt, um schnell an Europas Spitze zu kommen. "Ich würde ihn noch nicht einmal empfangen", sagte Watzke auf die Frage, was er tun würde, wenn der BVB ein solches Angebot bekäme und gab damit der Unzufriedenheit vieler deutscher Fans neues Futter.
Dabei bietet das Duell zwischen den Citizens und dem BVB in der Hammergruppe D so viele sportliche Themen: War der 1:0-Sieg gegen Ajax Amsterdam zum Auftakt der Gruppenphase der Startschuss zu weiteren internationalen Erfolgen oder nur ein Strohfeuer des Deutschen Meisters? Welches Team bekommt die Gegentor-Flut der laufenden Saison besser in den Griff? Auf welches System setzt City-Trainer Roberto Mancini? Angelehnt an diese Ausgangsfragen nennen wir die Schlüsselfaktoren des Spiels:
BVB: Bekommt Klopp die Konteranfälligkeit in den Griff?
Sowohl die Dortmunder als auch City sind mit der Bilanz von acht Gegentoren nach sechs Ligaspielen alles andere als zufrieden. Beide Teams definierten sich im vergangenen Meisterjahr vor allem über die Defensive, City stellte mit 29 Gegentoren sogar die beste Abwehr der Premier League, der BVB (25) war in dieser Kategorie das drittbeste Team der Bundesliga.
Nun eint die Clubs eine defensive Anfälligkeit, die sich aber unterschiedlich äußert. Beim BVB ist durch den Weggang von Shinji Kagawa und dem Einbau von Neuzugang Marco Reus im gesamten Defensivgebilde ein Ungleichgewicht entstanden, das zuletzt gerade im Umschaltspiel für Probleme gesorgt hat. So fielen bei der 2:3-Niederlage gegen den HSV zwei Tore aus Kontern, beim 3:3 gegen Eintracht Frankfurt traf Stefan Aigner ebenfalls nach einem - zugegebenermaßen auch toll herausgespielten - Konter.
Die Dortmunder Reihen standen in diesen Situationen zu weit auseinander, die offensiven Mittelfeldspieler wurden zu schnell überspielt, der Gegner konnte in die Lücken sprinten und stellte die Viererkette des BVB vor große Probleme. Trainer Jürgen Klopp kritisierte dann im Anschluss auch ausdrücklich das gesamte Defensivverhalten seiner Mannschaft - und die Leistung von Borussia Mönchengladbach beim 5:0-Sieg der Dortmunder gab wenige Aufschlüsse darüber, ob die Fehler wirklich abgestellt sind.





