Wenn zwei Teams es schaffen, dass in einem sportlich eigentlich bedeutungslosen Spiel die Emotionen derart hochkochen, wie es zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München der Fall war, dann kann das eigentlich nur eines bedeuten: Hier herrscht eine ganz besondere Rivalität.
Eines hat uns das sportlich eigentlich bedeutungslose Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München gezeigt: Derzeit gibt es zwischen diesen beiden Mannschaften keine Partien ohne Bedeutung. Zu wichtig ist der Kampf um das Prestige zwischen dem BVB und dem FC Bayern geworden, der mittlerweile nicht nur in der Bundesliga, sondern auch auf höchster europäischer Ebene im Champions League-Finale stattfindet.
Wie sehr die Rivalität zwischen den beiden Clubs in den vergangenen Jahren gewachsen ist zeigten die Ereignisse, die auf den Platzverweis für Rafinha in der 64. Minute folgten. Der brasilianische Außenverteidiger des FC Bayern hatte nach einem Ellbogencheck gegen Jakub Blaszczykowski innerhalb weniger Minuten die zweite Gelbe Karte und damit Gelb-Rot gesehen.
Sammer und Klopp geraten aneinander
Doch obwohl er in der Situation Glück gehabt hatte, nicht glatt Rot gesehen zu haben, war Rafinha kaum zu beruhigen und drückte dem Polen beim Verlassen des Platzes einen Finger ins Gesicht. Jürgen Klopp sagte Rafinha daraufhin, was er von dieser Aktion hielt, woraufhin Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer seinem Spieler zu Hilfe eilte und sich mit dem BVB-Trainer anlegte.
Erst nach einigen Minuten hatten sich die Gemüter wieder einigermaßen beruhigt - doch aus einem lauen Sommerkick war ein emotionsgeladenes Spiel geworden. Die Grundlage für eine zünftige Feindschaft zwischen den beiden Clubs in den kommenden Jahren scheint nicht zuletzt nach den Transfers und zusätzlichen Gerüchten in den vergangenen Wochen gelegt worden zu sein.
"Dieses Spiel hatte trotz anscheinend nicht vorhandener Wichtigkeit genügend Pfeffer. Keiner wollte sich verdächtig machen, dass es ein Freundschaftsspiel wird. Das haben wir gut hingekriegt. Natürlich nimmt man immer etwas aus seinem solchen Spiel mit", befand so auch Jürgen Klopp.
Ilkay Gündogan nur leicht angeschlagen
Entwarnung bei Ilkay Gündogan gab Klopp am späten Samstagabend. "Es muss sich keiner Sorgen machen. Es ist nur eine leichte Verhärtung. Er hat gemerkt, dass der Oberschenkel zumacht."
Bayern-Trainer Jupp Heynckes ließ sich von den hitzigen Auseinandersetzungen kaum beeindrucken. "Nach den Ereignissen der vergangenen Woche war es nicht leicht zur Tagesordnung überzugehen. Es war ein intensives Spiel. Großes Lob für meine Mannschaft, die kämpferisch überragend agiert hat, auch mit zehn Spielern, und deshalb den Punkt verdient hat", deutete aber auch Heynckes an, dass Spiele gegen den BVB derzeit immer etwas Besonderes sind, egal wie die sportliche Konstellation aussieht.
Wir dürfen uns auf das Champions League-Finale als den vorläufigen Höhepunkt, aber sicher nicht das Ende dieser besonderen Rivalität zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund freuen.

