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Datum: 22. Mai 2013, 16:06 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Bundesliga Relegation: 1. FC Kaiserslautern trifft auf 1899 Hoffenheim

1. FC Kaiserslautern, 2. Liga
Die Roten Teufel kämpfen gegen Hoffenheim um den Aufstieg in die Bundesliga

In der Relegation zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und 1899 Hoffenheim steht viel auf dem Spiel. Für die einen ist es ein Duell zwischen Tradition und Emporkömmling, für die anderen geht es lediglich um Auf- und Abstieg. Dabei ist das Aufeinandertreffen fast ein Derby.

Eine ganze Region fiebert und bangt: In der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim steigt am Donnerstagabend (20:30 Uhr im Live-Ticker) das Hinspiel der Relegation zwischen dem 16. der Bundesliga, 1899 Hoffenheim,  und dem Drittplatzierten der zweiten Liga, dem 1. FC Kaiserslautern. Während Hoffenheim den Abstieg nach einer desaströsen Saison noch verhindern will, kämpft der FCK um den direkten Wiederaufstieg.

Als 1899 Hoffenheim 2008 in die Bundesliga aufstieg, gelang dem Verein der Durchmarsch bis zur Herbstmeisterschaft. Mit jungen, technisch versierten Spielern begeisterte die TSG Fußballdeutschland.

Projekt Hoffenheim am Scheideweg

Viereinhalb Jahre später steht das "Projekt Hoffenheim" am Scheideweg, nach einer desaströsen Saison mit drei Trainerwechseln konnte sich die Mannschaft des aktuellen Übungsleiters Markus Gisdol erst am letzten Spieltag mit einem dramatischen 2:1-Sieg bei Borussia Dortmund auf den Relegationsplatz retten.

Nach dem kleinen "Wunder von Dortmund" glaubt Gisdol fest, dass der Abstieg in den Relegationsspielen gegen Kaiserslautern noch abgewendet werden kann: "Wir schauen nicht mehr nach rechts und links. Es geht nur noch geradeaus. Wir müssen die Freude mitnehmen und es laufen lassen." Auf die leichte Schulter nimmt der Übungsleiter die Roten Teufel aber nicht. "Wir werden nichts geschenkt bekommen, aber wir haben auch nichts zu verlieren. Wir waren doch schon zweimal tot gesagt. Deshalb können wir nur noch gewinnen", betonte der 43-Jährige.

Beck sieht Anfeindungen als Ansporn

Dass der Rückhalt für den Klub nach fünf Jahren in der Bundesliga in Anfeindungen der Anhänger anderer Vereine umgeschlagen ist, vor allem auch gegen Mäzen Dietmar Hopp, soll dabei kein Hindernis sein, sondern Motivation, wie Kapitän Andreas Beck selbstbewusst erklärte: "Die Anfeindungen sind Ansporn für uns. Es wäre eine große Genugtuung, den Klassenerhalt zu schaffen. Auch wegen Dietmar Hopp."

Mittelfristig soll das Negativimage in der Öffentlichkeit allerdings korrigiert werden. "Es ist uns vielleicht in den letzten Wochen gelungen, ein paar Sympathien zurückzugewinnen, aber das ist noch ein steiniger Weg. Das geht nur über ehrliche Arbeit und darüber, bescheidener aufzutreten. Auch die beiden anstehenden Spiele können dazu beitragen, den einen oder anderen Zuschauer auf unsere Seite zu bekommen", sagte Gisdol, der im Relegationshinspiel auf Daniel Williams und Innenverteidiger Chris verzichten muss.

"Chancen stehen 50:50"

Auf der Gegenseite fehlt dem 1. FC Kaiserslautern im Duell mit dem Lokalrivalen Markus Karl mit einer Knieverletzung. Das soll die Pfälzer aber nicht aufhalten, nach einem Jahr der Zweitklassigkeit wieder in Deutschlands Eliteklasse aufzusteigen. "Es werden zwei spezielle Spiele, auch wegen der räumlichen Nähe zwischen den beiden Vereinen und dem Duell zwischen Tradition und Emporkömmling. Ich denke, die Chancen stehen 50:50", orakelte der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz.


Auch Trainer Franco Foda glaubt an den Aufstieg: "Wir sind Außenseiter, sollten aber nicht zu viel Understatement betreiben. Wir sind in der Lage, Hoffenheim zu schlagen." In bisher sechs Pflichtspielen gegen 1899 ging Kaiserslautern allerdings noch nie als Sieger vom Platz. Viermal gewann die TSG, zweimal trennten sich die Mannschaften unentschieden.

Offensivspieler Alexander Baumjohann will sich davon nicht demotivieren lassen. "Wir haben eine gute Saison gespielt, jetzt müssen wir noch das i-Tüpfelchen draufsetzen", so der 26-Jährige. Im Falle eines Nichtaufstiegs müsste der Klub überlegen, ob der teure Kader weiter finanziert werden kann. "Natürlich ließe sich das alles in der Ersten Liga leichter finanzieren, weil dort einfach ganze andere Einnahmen generiert werden", gab auch Kuntz zu.

Hopp will Hoffenheim weiter unterstützen

Der Hoffnung einiger Fußballromantiker, dass 1899 nach einem Abstieg in der Versenkung verschwinden würde, erteilte Dietmar Hopp unterdessen bereits vor dem Spiel eine Absage: "Mein Engagement wird ungebrochen bleiben. Allerdings, wie schon lange umgesetzt, im Rahmen des Financial Fairplay."

Autor: Martin Grabmann