In Freiburg hatte sich der Wettergott nicht als Fußball-Fanatiker gezeigt. Beim BVB war man mit dem Wetter nicht zufrieden, konnte ob des Zustands des Platzes nicht kombinieren. Trotz des Sieges erklärte BVB-Coach Klopp, dass seine Mutter hier nicht angepfiffen hätte.
Nach dem 2:0-Erfolg war man beim BVB natürlich zufrieden, konnte schon ein wenig über die Wetterkapriolen lachen. Das tat Jürgen Klopp dann auch, als er gefragt wurde, ob man das Spiel auch als Drecksspiel bezeichnen könne. "Von mir aus", meinte Klopp süffisant, nachdem er das Spiel bei Schneetreiben verfolgt hatte.
"Früher durften wir bei so einem Wetter nicht raus zum Kicken, weil die Mutter es nicht erlaubt hat, heute mussten wir raus", sagte Klopp. "Es war rutschig, es war matschig, deshalb sind wir nicht mit klaren Aktionen hinten raus gekommen. Wir mussten lange Bälle schlagen", meinte er weiter. Dies entspreche eigentlich nicht dem BVB-Spielstil.
BVB-Manager Zorc und Mats Hummel unzufrieden
Weniger humorvoll äußerte sich Mats Hummels zu den Bedingungen. "Auf so einem Platz kann man nicht Fußball spielen. Man tritt oft in den Schnee", sagte er. "Ich glaube nicht, dass man das Spiel hätte überhaupt anpfeifen sollen." Was ihn und die Dortmunder aber vielleicht beruhigen wird: Mit Schnee wird für das DFB-Pokalspiel in Aalen nicht gerechnet.
Auch Manager Michael Zorc, der bei Liga total mit ersten Verschwörungstheorien daher kam, war unzufrieden. "Die Bedingungen waren schwierig. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft den Platz besser angenommen. Ich weiß nicht, ob die Rasenheizung auf vollen Touren lief." Klopp war es egal, er zog ein positives Fazit bei eisigen Temperaturen.
"Das war heute ein richtiger Charaktertest für die Mannschaft, und sie hat ihn bestanden. Darauf bin ich richtig stolz", sagte Klopp. Dabei hatte der BVB die Konzentration behalten, nachdem das Team unter der Woche das schwierige Spiel in der Champions League gegen Real Madrid erfolgreich absolviert und nun den Sprung zurück in den Alltag gemeistert hatte.
Mario Götze: Handspiel oder nicht?
"Das war ein wichtiges Ding", meinte auch Hummels. Kollege Neven Subotic, der per Hinterkopf die Führung erzielt hatte, zeigte sich ebenfalls zufrieden. "Wir haben in der zweiten Halbzeit ein bisschen öfter den Killerinstinkt präsentiert." Ein Killerinstinkt, der dem Freiburger-Trainer Christian Streich nicht kommentieren wollte.
Zumindest nicht, als er auf das Handspiel von Mario Götze angesprochen wurde. "Er bekam den Ball eindeutig an den Arm", sagte Matthias Ginter hingegen. Götze hatte die Situation anders gesehen. "Das war keine absichtliche Bewegung. Es liegt dann im Ermessen des Schiedsrichters", meinte der 20-Jährige.
Streich legte den Fokus dabei eher auf die eigene Unfähigkeit, dem Gegner einen Treffer einzuschenken."Wir freuen uns, dass wir auf diesem Niveau mithalten können", bilanzierte er und bemängelte die fehlende Effektivität in der ersten Hälfte. "Wir schaffen es nicht, die riesigen Torchancen reinzumachen."
