Die Bundesliga hat ihre Pforten für drei Monate geschlossen. sportal.de schaut in seiner Rubrik 'Fünf Noten des Wochenendes" auf die gesamte Saison zurück und hebt fünf Spieler hervor, die maßgeblichen Anteil am Erfolg ihrer Teams hatten.
34. Spieltag. Ende, aus, vorbei. Die Meister stehen bei comunio.de endgültig fest, bei anderen Ligen hingegen noch nicht, denn diese müssen sich bis Dienstag gedulden, bis der kicker seine Noten veröffentlicht. Der Autor dieser Zeilen darf natürlich nicht bei comunio.de mitspielen, die Gefahr der Einflussnahme, auch unbewusst, stünde immer im Raum.
Seit gut zwanzig Jahren spiele ich mit Freunden in einer selbstorganisierten Liga mit zur Zeit zehn Teilnehmern, die nicht auf den sportal.de-Noten basiert. Bei der Entstehung war das Internet noch in den Kinderschuhen, sportal.de gab es ebenso wie comunio noch nicht, am Sonntag kauften wir uns die FASZ, um herauszubekommen, wer eventuell Torvorlagen gegeben haben könnte, denn auch wir wollten so viele Informationen vor dem Montag wie möglich ergattern.
In der letzten Ausgabe dieser Saison unserer Rubrik 'Fünf Noten des Wochenendes' geht es um solche Gewinnertypen. Deshalb könnte man den abschließenden Teil auch umbenennen in 'Fünf Spieler der Saison'. Wobei es nicht immer darum geht, welcher Spieler, auf welcher Position die meisten Punkte geholt hat, denn manch ein Schnäppchen kann ebenso sehr wertvoll werden.
Rene Adler (Hamburger SV - Note 1,5)
Viel lieber würde ich an dieser Stelle über Kevin Trapp schreiben, der beim Aufsteiger Eintracht Frankfurt eine überragende Saison ablieferte. Doch der Verdränger des ewigen Oka Nikolov verletzte sich bei Werbeaufnahmen des DFB und kam im letzten Saisonviertel nicht mehr zum Einsatz und damit auch nicht am Samstag.
Bei Rene Adler konnten sich die Fans nicht sicher sein, wie dieser nach langer Verletzungspause einschlagen würde. Diejenigen, die nun in den Keeper investierten, wurden für ihr Risiko vollauf belohnt. Die Verantwortlichen des HSV werden heilfroh sein, Adler verpflichtet zu haben. Der HSV hätte ohne ihn sicherlich nicht bis zum Schluss um die internationalen Startplätze mitgespielt.
Auch am vergangenen Spieltag zeigte Adler, der es in dieser Saison zurück in den Kreis der Nationalmannschaft geschafft hat, eine herausragende Leistung. Erst in der Schlussminute wurde er von Stefan Kießling überwunden. Zuvor hielt er mehrfach glänzend sein Team in der Partie, sodass erst sehr spät das Scheitern in Sachen Europa League feststand.
Dante (Bayern München - Note 5)
Mehrere Neuzugänge leistete sich natürlich auch der FC Bayern vor der Saison. In Mönchengladbach griffen die Süddeutschen zu und warben Dante ab, der maßgeblichen Anteil am Höhenflug der Borussia hatte. Dieser musste sich fortan einer heftigen Konkurrenzsituation stellen, denn mit Holger Badstuber, Daniel van Buyten und Jerome Boateng stritt er fortan um einen Stammplatz.
Dabei setzte er sich von Beginn an durch, bestritt bis zum 24. Spieltag jedes Saisonspiel. Erst zum Saisonende hin verzichtete sein Trainer Jupp Heynckes teilweise auf ihn. Fast immer lieferte der Brasilianer das ab, was von ihm gewünscht war. Lediglich zweimal wurde er mit einer 4 bewertet.
Ausgerechnet bei der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte überkamen den Verteidiger offenbar heftige Emotionen, hatte er doch im Pokalhalbfinale vor einem Jahr im Fohlen-Trikot gegen die Bayern einen entscheidenden Elfmeter verschossen. Am Samstag dann verteilte er gleich mehrere Geschenke an die alten Kollegen, die dankbar annahmen. Drei Gegentore in den ersten zehn Minuten, das hatte es beim FC Bayern noch nie gegeben. Auch wenn sich Dante danach steigerte und nun konzentrierter auftrat, stand fest: Das war seine mit Abstand schlechteste Saisonleistung.
Franck Ribery (Bayern München - Note 1)
Wer sich Franck Ribery leistet, der weiß, ein großer Teil seines Etats ist fortan blockiert, denn der auch in der Realität wohl bestbezahlte Bundesligaspieler ist auch bei Managerspielen alles andere als günstig. Wenn sich dann solch ein Superstar verletzt oder irgendwelche anderen Probleme hat, kann es ganz schnell steil bergab gehen im Klassement.
Doch in dieser Saison war Ribery ohne Frage im Mittelfeld der alle anderen überragende Superstar der Liga. Bei 20 Einsätzen wurde er mit 2,5 oder besser bewertet. 10 Tore trug er zudem dazu bei, seine Besitzer in den siebten Himmel zu schießen.
Zum Saisonabschluss war er es, der die Partie in Mönchengladbach drehte. An allen vier Toren war er direkt beteiligt. Zweimal legte er auf, zweimal vollendete er selbst. Natürlich ist das die Bestnote, die er damit zum vierten Mal in der Saison erhielt.
Stefan Kießling (Bayer Leverkusen - Note 2,5)
Natürlich spielte auch Robert Lewandowski eine außergewöhnlich gute Saison. Doch ebenso natürlich war der Noch-Dortmunder vor der Spielzeit erheblich teurer zu erwerben als etwa Stefan Kießling.
Der nun endgültig legitime Nachfolger von Ulf Kirsten wurde in jedem Bundesligaspiel eingesetzt, erzielte dabei 25 Treffer und übertraf damit sogar Lewandowski um einen Treffer, da dieser zum Saisonende aufgrund des Vordringens in der Champions League nicht immer über neunzig Minuten zum Einsatz kam.
Die offenbar zunehmende Rotation, welche die Besitzer von Mario Mandzukic noch sehr viel heftiger traf, blieb dieser doch bei 23 Saisoneinsätzen stehen, wirft die Frage auf, inwieweit sich diese Superstars von Topteams in Zukunft lohnen werden. Ein Fakt, der in der folgenden Saison vielleicht auch bei Stefan Kießling zum Tragen kommt.
Am letzten Samstag kämpfte der Stürmer bis zum Schluss. Mehrfach scheiterte er an Hamburgs Nummer eins Adler. Doch in der Schlussminute vollendete er einen Konter souverän und ergatterte sich mit dem Treffer das alleine Recht sich Torschützenkönig der Saison 2012/13 nennen zu dürfen.
Max Kruse (SC Freiburg - Note 3)
Das Schnäppchen der Saison war wohl Max Kruse, und zwar für den SC Freiburg wie auch für viele comunio-Manager. Die vom FC St. Pauli gekommene Offensivkraft wurde in allen 34 Bundesligaspielen benotet, dabei nur in sieben Partien schlechter als mit der Durchschnittsnote 3.5 bewertet.
Kruse kam auf einen Schnitt von 3,06 und erzielte dabei elf Tore. Sein Marktwert ist seit Saisonbeginn explodiert. Er verhalf den Breisgauern in den Europacup und wird, da sein neuer Club diese Qualifikation knapp verpasste, auch in der kommenden Saison keiner internationalen Doppelbelastung ausgesetzt sein, was bei comunio ein wichtiger Faktor sein kann.
Gegen Schalke 04 ging es am letzten Spieltag gar um die Teilnahme zur Champions-League-Qualifikation. Es reichte nicht ganz für die Freiburger, die zwar drängten, aber zu selten Lücken im Schalker Defensivverband fanden. Kruse gefiel wie gewohnt durch Einsatz und Technik, war auch am einzigen Tor des Sportclubs beteiligt. Doch es sollte nicht reichen.
