Julius Brink und Jonas Reckermann haben es geschafft. Als erstes deutsches Beachvolleyball-Duo stehen sie in einem olympischen Finale. Nach einer souveränen Vorstellung treffen sie dort nun auf die amtierenden Weltmeister aus Brasilien.
Beachvolleyball ist seit Atlanta 1996 olympisch und das Finale ist seitdem fest in den Händen von Brasilianern und Amerikanern. Eine deutsche Medaille? Klar, die gab es 2000 in Sydney durch Jörg Ahmann und Axel Hager, die damals Bronze gewannen - aber Gold? Gold war bisher noch nicht in Reichweite, bis jetzt.
Zwei-Satz-Sieg gegen Niederländer
Denn Julius Brink und Jonas Reckermann haben den Finaleinzug geschafft und stehen somit schon jetzt als erfolgreichste deutsche Beachvolleyballer bei Olympia fest. Die Europameister der letzten beiden Jahre hatten bereits im Viertelfinale etwas überraschend die Brasilianer Cunha/Ricardo aus dem Turnier geworfen. Im Halbfinale siegte das deutsche Vorzeige-Duo gegen die Niederländer Reinder Nummerdor und Richard Schuil ebenso in zwei Sätzen mit 21:14 und 21:16.
"Das ist unfassbar. Wir haben immer von einer Medaille geträumt, jetzt haben wir sie sicher. Ich bin so stolz, dass wir das geschafft haben", erklärte Reckermann nach dem Spiel. Nach einem Ruhetag treffen Reckermann und Brink im Finale auf Emanuel Rego und Alison Cerutti. Zwei Brasilianer. Zwei Weltmeister.
Verstecken müssen sich die Ex-Weltmeister aus Deutschland nicht, schließlich waren ihre Halbfinal-Gegner auch die Europameister von 2008 bis 2010, ebenfalls also ein Top-Duo. Bei Julius Brink überwiegt ohnehin die Freude: "Wir sind total happy." Die Niederländer werden nicht ganz so "happy" sein, denn sie müssen nun gegen die Letten Martins Plavins und Janis Smedins um Bronze spielen.
Starker Beginn als Grundlage
Der Sieg war keineswegs unverdient. Brink und Reckermann begannen - wie schon eine Runde vorher - sehr stark und führten schnell mit 11:5, bevor sie kurze Zeit kein Glück hatten. Von der kurzen Pechsträhne ließen sich die jetzigen Finalisten nicht aus der Ruhe bringen und stellten den Sechs-Punkte-Vorsprung wieder her. Sehr überzeugend agierte erneut Brink, der es immer wieder verstand, seine Defensivstärke geschickt einzusetzen. Brink war es auch, der den zweiten Satzball verwandelte.
Im zweiten Durchgang war es dann das gleiche Spiel: Wieder zogen die Deutschen schnell davon und gingen mit 7:2 binnen Minuten in Führung. Die Niederländer schafften es erneut nicht den Anschluss zu halten und wurden von der Anfangsoffensive nahezu überrollt, wobei natürlich die weltweit gefürchteten Angaben der Deutschen den Niederländern große Schwierigkeiten bereiteten. Der zweite Satz war auch der letzte und so bleiben Reckermann und Brink in diesem Turnier mit erst einem Satzverlust ungeschlagen - und greifen nach Gold.
