Viermal war Miriam Gössner Zweite, beim Weltcup in Pokljuka hat es endlich mit dem ersten Sieg geklappt. Die 22-Jährige gewann das Verfolgungsrennen über zehn Kilometer und lieferte eine läuferisch eine Vorstellung ab, die an Magdalena Neuner erinnerte.
Gössner verfehlte gleich fünfmal das Ziel, dank einer unglaublich starken Laufleistung konnte sie das kompensieren. Im Ziel verwies sie Gabriela Soukalova mit einem Vorsprung von 0,7 Sekunden auf den zweiten Rang. "Wahnsinn. Das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl", jubelte Gössner.
Die Tschechin hatte am Vortag den Sprint vor Gössner gewonnen und war zwei Sekunden vor der Deutschen ins Rennen gegangen. Soukalova setzte alle 20 Schüsse ins Ziel, konnte die wie entfesselt laufende Gössner aber trotzdem nicht besiegen. Dritte wurde Marie Dorin Habert aus Frankreich.
Gössner deutlich schneller als Sachenbacher-Stehle
"Das erste Liegendschießen war nicht ganz so gut, aber danach hat es ganz gut gepasst. Dreimal ein Fehler, damit kann ich ganz gut", sagte sie. Insgesamt musste die Garmischerin 750 Meter mehr laufen als die Tschechin. "Ich habe versucht, mein eigenes Rennen zu laufen. Aber ich glaube, das habe ich ganz gut hinbekommen", sagte sie im ARD-Fernsehen.
Wie stark Miriam Gössner in der Loipe unterwegs war, zeigt ein Vergleich mit Evi Sachenbacher-Stehle, die bei ihrem zweiten Weltcuprennen mit fünf Schießfehlern 48. wurde. Die ehemalige Langlaufspezialistin war in der Loipe 2:20 Minuten langsamer als Miriam Gössner. Die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel drehte vier Strafrunden und wurde nach den zehn Kilometern Siebte.
Deutsche Herren rehabilitieren sich
Die deutschen Biathleten haben sich nach einem enttäuschenden Sprint in der Verfolgung zurückgemeldet. Simon Schempp blieb am Schießstand fehlerfrei und beendete das Rennen im strömenden Regen über die 12,5 Kilometer als Neunter. "Mit dem Platz bin ich sehr zufrieden. Das Schießen war super, das Laufen noch nicht so ganz", sagte Schempp.
Andreas Birnbacher verbesserte sich trotz zweier Strafrunden von Rang 40 auf Rang 13. Erik Lesser machte als 15. ebenfalls viele Plätze gut. Johannes Kühn und Florian Graf kamen nicht in die Top 25. Arnd Peiffer hatte durch Rang 73 im Sprint die Qualifikation für den Verfolger erstmals in seiner Karriere verpasst.
Souverän sicherte sich Olympiasieger Emil Hegle Svendsen aus Norwegen seinen 29. Weltcupsieg vor dem Tschechen Ondrej Moravec. Der aktuelle Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade aus Frankreich wurde Dritter.
