Nur Veteranen des Beach-Volleyballs können sich noch an den Einzug eines deutschen Duos in ein Viertelfinale bei Olympia erinnern. Zwölf Jahre ist es her, dass Ahmann und Hager in Sydney für Bronze sorgten. Nun haben Brink und Reckermann das Finale vor Augen.
Den einzigen Aussetzer beim 2:0-Erfolg des deutschen Duos (21:15, 21:19) gegen die Brasilianer Pedro Cunha und Ricardo Santos erlaubte sich Schiedsrichter Darryl Friesen aus Kanada, der im ersten Satz erst mit einer inkonsequenten Entscheidung für Missstimmung sorgte, kurze Zeit später wegen eines kollabierenden Kreislaufs von Offiziellen vom Feld geführt wurde.
Ansonsten gab es für die zahlreich erschienenen Fans im Horse Guards Parade ein spektakuläres Match zu sehen, in dem die Deutschen mit einem der zahlreichen Aufschlagfehler eröffneten - ganz im Gegensatz zu den Brasilianern, die nur einen Punkt im zweiten Satz per Aufschlag abgaben. Danach lieferten Brink und Reckermann jedoch eine starke Vorstellung ab.
Mit durchaus risikoreichem Spiel hebelten sie immer wieder die Verteidigung der Brasilianer aus und zogen schnell auf 13:6 davon. Unter dem Jubel der Fans gaben beide Teams keinen Ball verloren, begeisterten immer wieder mit längeren und spektakulären Ballwechseln. Santos, mit je einer Gold-, Silber- und Bronzemedaille bei Olympischen Spielen der erfolgreichste Beach-Volleyballer der Geschichte, demonstrierte zudem mit grandiosen Blocks seine Klasse.
Der Kreislauf spielt nicht mit
Dann stand Friesen für einen kurzen Moment im Mittelpunkt: Erst sprach er dem deutschen Duo einen Punkt zu, änderte dann seine Meinung, um am Ende doch Reckermann und Brink mit dem Zähler zu belohnen. Wenig später spielte der Kreislauf dann nicht mehr mit und Wang Leijun aus China übernahm. Die Deutschen ließen sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und brachten den Satz sicher nach Hause.
Der zweite Durchgang war nicht minder hochklassig, allerdings um ein Duell auf des Messers Schneide ergänzt. Cunha und Santos fanden besser in das Match, aber gerade Reckermann kam immer wieder mit seinen Angriffen durch, zeigte zudem einige starke Blocks. Dennoch blieb es bis zum 18:18 ein ausgeglichenes Match.
Den Deutschen war durchaus bewusst, dass ein dritter Satz den Brasilianern eventuell in die Karten gespielt hätte und so setzten sie alles auf eine Karte und hatten - nachdem der erste Matchball per ins Aus geschlagener Angabe vergeben wurde - am Ende auch das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Nun geht es im Halbfinale gegen Reinder Nummerdor und Richard Schuil aus den Niederlanden.
