Drei der vier Halbfinalteilnehmer stehen bereits fest, nur die Telekom Baskets Bonn und die EWE Baskets Oldenburg machen es in ihrer Serie besonders spannend. Nachdem es bisher nur Heimerfolge gab, kommt es am Samstag zum Showdown in Oldenburg.
Mit einem 88:82 Erfolg in der Overtime sicherten sich die Baskets Bonn im vierten Spiel am Mittwoch vor heimischem Publikum die Chance, im fünften Spiel den Halbfinaleinzug perfekt zu machen. Der Vorrundensiebte gab nach der 67:97-Pleite in Spiel drei von Beginn an Vollgas, musste am Ende aber trotzdem den Umweg über die Verlängerung nehmen, wo der Sieg gegen die starken Gäste gelang.
Weems und McLean dominieren Bonner Offensive
Vor allem die Forwards Kyle Weems und Jamel McLean sind der Grund dafür, warum der Vorrundenzweite Oldenburg sich gegen die Bonner bislang schwertut. 60 Punkte und 22 Rebounds brachten die Beiden zusammen in Spiel vier auf die Anzeigetafel, außer ihnen punktete nur Jared Jordan bei den Rheinländern zweistellig.
In Oldenburg wird es für die Baskets darauf ankommen, dass Weems und McLean ihre Fähigkeiten weiter entfalten können, um nicht erneut mit 30 Punkten aus der Halle geschossen zu werden. Rund 600 mitgereiste Fans sollen für die nötige Unterstützung sorgen, damit der Außenseiter im neunten Saisonspiel gegen die EWE Baskets als Sieger hervorgeht.
Für die Gastgeber ist es vor allem ärgerlich, als einziges Team über die volle Seriendistanz gehen zu müssen, zumal Oldenburg im vierten Spiel aufgrund der Schwäche der Bonner am Ende der regulären Spielzeit gute Chancen hatte, die Serie zu entscheiden. 28:11 gewann der Meister von 2009 das vierte Viertel gegen den damaligen Finalgegner, bevor die Telekom Baskets sich mit einem 15:9 in der Overtime den Sieg sicherten.
Auch Finalserie 2009 ging über fünf Spiele
In der Finalserie 2009 waren es noch die Oldenburger gewesen, die mit einem Sieg im vierten Spiel eine Entscheidung erzwingen mussten und schließlich vor heimischem Publikum die Meisterschaft feierten, nachdem in der ganzen Serie zuvor stets das Auswärtsteam gewonnen hatte. Auch diesmal hoffen die EWE Baskets, am Ende die Nerven zu behalten.
Bisher verteilen sie die Angriffslast breiter als der Gegner, aber auch bei Oldenburg dominiert mit Shooting Guard Julius Jenkins ein Spieler besonders: 17,8 Punkte bei 48,8 Prozent Wurfquote bringt der US-Amerikaner seinem Team im Schnitt, außerdem 4,5 Rebounds pro Spiel. Auch Rickey Paulding (14,3 Punkte/Spiel) und Robin Smeulders (11,5 Punkte/Spiel) punkten im Durchschnitt zweistellig. Center Adam Chubb fällt daneben vor allem durch seine Erfolgsquote auf, er trifft bislang 70% aus dem Feld für 9,5 Punkte pro Spiel und steuert zusätzlich 6,8 Rebounds bei.
Oldenburg ist Favorit
Nicht nur deshalb geht die Heimmannschaft am Samstag als Favorit in die Begegnung. Trotzdem hat Bonn in der Serie bewiesen, dass es auch nach Rückschlägen zurückzukommen kann das Halbfinale ist immer noch drin. Dort geht es für den Sieger des Entscheidungsspiels gegen Vizemeister Ratiopharm Ulm, der sich in drei Spielen gegen die Artland Dragons durchgesetzt hatte.
Autor: Martin Grabmann
