Die britische BBC kommt zum Ende der Olympischen Spiele in London unter Rechtfertigungsdruck für ihre stark auf die Erfolge des eigenen Teams konzentrierte Fernsehberichterstattung. Journalisten aus den USA hatten die Berichterstattung von BBC als "empörend" bezeichnet. Teilweise wurden vor lauter nationalem Überschwang nicht einmal die Medaillengewinner anderer Länder genannt, wenn Athleten des britischen Teams auf dem Podest standen. Am Freitag machte nun eine E-Mail von Nachrichtenchefin Helen Boaden die Runde, in der es heißt, BBC-Generaldirektor Mark Thompson sei "zunehmend unglücklich" mit dem Ton der Berichterstattung. Es werde sich "bei weitem zu stark" auf die Erfolge des eigenen Teams konzentriert, "zum Nachteil alles anderen". Die BBC-Pressestelle ruderte umgehend zurück. Thompsons Äußerungen seien "fehlinterpretiert" worden. Thompson ließ sich mit den Worten zitieren, es sei richtig gewesen, sich auf sportliche Erfolge zu konzentrieren, die das ganze Land gefeiert hat. "Und wir werden mit Stolz weitermachen."
