Das hat Bayern München gerade noch gefehlt: Zwar gewann man mit 4:1 gegen BATE Borisov und sicherte sich damit den Gruppensieg in der Champions League, aber dieser eher akademische Vorteil verblasst angesichts der drohenden Sperre gegen Jerome Boateng.
Für den lockeren Sieg gegen BATE Borisov brauchte Bayern aber weder die A-Elf noch elf Mann, denn auch in Unterzahl dominierte der Bundesligatabellenführer den weißrussischen Meister klar. Beim 4:1 der auf sieben Positionen veränderten Münchner sorgte Mario Gomez (22. Minute) mit seinem insgesamt 25. Königsklassen-Treffer für einen der Höhepunkte in einem erst nach der Pause schwungvollen Spiel.
Nach dem Platzverweis von Jérome Boateng (51.), der den Bayern auf der Innenverteidiger-Position nach der schweren Verletzung von Holger Badstuber einen personellen Engpass für das Achtelfinale beschert, sorgten Thomas Müller (54.), Xherdan Shaqiri (66.) und der eingewechselte David Alaba (83.) für einen am Ende deutlichen Sieg vor 68.000 Zuschauern. Erst eine Minute vor dem Ende traf Yegor Filipenko mit einem unhaltbaren Distanzschuss für die Weißrussen. Nach Gelb-Rot für Denis Polyakov (69.) herrschte in der Schlussphase zumindest personell wieder Gleichstand.
Bayerns B-Elf mühelos
Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte vor dem letzten Gruppenspiel seiner bereits für das Achtelfinale qualifizierten Mannschaft die Rotationsmaschine angeworfen. Als Folge fanden sich nicht nur die gelb-vorbelasteten Dante und Javi Martínez auf der Bank wieder, aus der Elf vom Dortmund-Spiel blieben auch Philipp Lahm, Alaba, Franck Ribéry und Mario Mandzukic draußen. Vor dem Anstoß hielt die Bayern-Elf ein Trikot mit der Rückennummer 28 in die Höhe und schickte so einen Gruß an den beim 1:1 gegen den BVB verletzten Badstuber, der am Montag am Kreuzband operiert worden war.
Gegen den defensiv ausgerichteten Gast benötigte die neu formierte Münchner Mannschaft geraume Zeit, um sich zu finden. Als Aktivposten erwies sich dann vor allem Shaqiri, der sich auf der Ribéry-Position im linken Mittelfeld sichtlich wohlfühlte. Nach 20 ereignisarmen Minuten setzte sich der Schweizer im Strafraum entschlossen gegen Polyakov durch und passte scharf in die Mitte, wo Gomez gewohnt sicher vollstreckte.
Bis auf einen Distanzschuss des ebenfalls sehr agilen Toni Kroos hatte BATE-Torhüter Andrey Gorbunov bis zur Pause aber keine weitere brenzlige Situation mehr zu bestehen. Auf der anderen Seite war von der gefürchteten Konterstärke der Weißrussen nichts zu sehen, der frühere Stuttgarter Aliaksandar Hleb entpuppte sich als Totalausfall.
Dann brachte Schiedsrichter William Collum im zweiten Durchgang Farbe in die Partie. Der Schotte zeigte Abwehrspieler Boateng für eine eingesprungene Grätsche gegen Artem Kontsevoy die Rote Karte. Doch die Münchner zeigten sich vom Platzverweis unbeeindruckt.
Nur vier Minuten später sorgte Müller für die Entscheidung, als er einen von Schweinsteiger verlängerten Kroos-Freistoß ins Netz beförderte. Per Kopfball erhöhte dann der nur 1,69 Meter große Shaqiri auf 3:0 für die Münchner, die auch in der Schlussphase von einem harmlosen Gegner nicht mehr gefordert wurden. Den Schlusspunkt setzte Alaba nach einer Koproduktion der Teilzeitarbeiter mit dem ebenfalls eingewechselten Ribéry.
