Jupp Heynckes neigt nicht zum Überschwang, doch nach dem 5:0-Sieg seines FC Bayern München in Düsseldorf konnte auch der Coach nicht anders als zu schwärmen. Das Spiel war "überragend" und vom "Allerfeinsten". Die Bayern enteilen.
Vor allem Franck Ribéry und Thomas Müller verdienten sich diese Attribute. Ribery dribbelte nach Herzenslust den linken Flügel rauf und runter, passte und spielte überragend, legte drei Treffer auf, Müller glänzte mit einem Assists und zwei eigenen Treffern. Mario Mandzukic, der den Torreigen mit seinem siebten Saisontor eröffnet hatte und Luiz Gustavo rundeten den gelungenen Auftritt und achten Saisonsieg in Folge von Bayern München ab. Rekord!
Und den würden die Bayern natürlich gerne ausbauen, zudem die eigene Bestleistung aus dem Jahr 2005 knacken, als man saisonübergreifend 15 Siege in Folge gefeiert hatte. "Von uns aus kann die Serie weitergehen", meinte Kapitän Philipp Lahm. "Wenn wir so weiterspielen, wird es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen", befand Müller.
FC Bayern verkneift sich Spitzen gegen Borussia Dortmund
Auch für Erzrivale Borussia Dortmund, der nach dem 1:2 im Derby gegen Schalke 04 nun schon um zwölf Punkte distanziert wurde und langsam in ein Fernglas investieren sollte, damit er die Bayern an der Spitze nicht aus den Augen verliert. "Das sehe ich nicht mit Schadenfreude", verkniff sich Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge allerdings eine Spitze gegen den BVB.
Auch er weiß natürlich, dass sich Bayern München auch nicht gegen jeden Gegner gefühlte 90 Prozent Ballbesitz bieten werden wie gegen die Aufsteiger von Fortuna Düsseldorf. Zudem erstarrte der Gegner auch wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange angesichts der Übermacht des Gegners, wie Düsseldorf-Manager Wolf Werner konstatierte.
Neuer glaubt an Titelgewinn des FC Bayern München
Bayern München hatte der Fortuna allerdings auch kaum Gelegenheit zum Luftholen gegeben, hatte nachgesetzt und anders als die deutsche Nationalmannschaft gegen Schweden keine Konzentrationsmängel gezeigt. "Es ist einfach notwendig heute, dass man nie nachlässt, in der Konzentration, in der Aufmerksamkeit", unterstrich Heynckes, der sich persönlich zudem noch über seinen 300. Ligasieg als Trainer feiern durfte.
Angesichts der drückenden Überlegenheit konnte der völlig beschäftigungslose Manuel Neuer, neben Campino wohl bestbezahlter Zuschauer in Düsseldorf, noch einmal das Länderspiel vom Dienstag Revue passieren lassen, sich auf die anstehende wohl etwas schwerere Aufgabe gegen den OSC Lille vorbereiten und ein bisschen auch über die eigenen Meisterschaftsambitionen räsonieren. Das angesichts von zwölf Punkten Vorsprung auf Dortmund noch irgendwas in Sachen Titel anbrennen könnte, kommentierte Neuer gegenüber sueddeutsche.de kurz und knapp: "Das kann ich mir nicht vorstellen." Auch wenn er da Schalke und Frankfurt mal außen vor lässt.



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