Zwischenrunde bereits sicher erreicht, Gruppensieg als nicht so wichtig erachtet - so konnte es sich Bayer Leverkusen leisten, bei Metalist Kharkiv seine Stars zu schonen, eine bessere U23 aufzubieten und mit einer 0:2-Niederlage im Gepäck zurück nach Hause zu fahren.
Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä hatten ihr Team nach dem 2:0-Sieg in der Bundesliga gegen Schalke fast komplett umgekrempelt. Gonzalo Castro, André Schürrle, Stefan Kießling, Ömer Toprak, Hamime Hosogaj, Lars Bender und Simon Rolfes waren nicht dabei. Lediglich Schürrle werde geschont, alle anderen seien mehr oder weniger angeschlagen, meinte Trainer Lewandowski.
So standen unter anderem Kolja Pusch, Dominik Kohr und Tobias Steffen, die sonst für die U23 auflaufen, in der Startformation. "Die jungen Spieler können sich heute beweisen", sagte der Trainer.
Leverkusen startet gut, Kharkiv trifft
Nach einer Viertelstunde wurden die Bayer-Junioren keck. Der 18-jährige Brasilianer Carlinhos (19.) vergab die erste Chance knapp. Etwas später hatte der etablierte Renato Augusto die Führung auf dem Fuß. Wenige Minuten vor der Pause traf Junior Fernandes nach einer feinen Kombination mit Renato Augusto sogar die Latte - es war der sechste Aluminium-Treffer der Bayer-Elf im laufenden Europa-League-Wettbewerb.
Nach der Pause kamen die Hausherren mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine. Nur 38 Sekunden waren gespielt, da passte Fininho aus der eigenen Hälfte in den Lauf von Cristaldo (46.), der Leno beim 1:0-Führungstreffer keine Chance ließ. Für Bayer war es das erste Gegentor in der Europa League nach zuvor 412 unbezwungenen Minuten, für Kharkiv das überhaupt erste Tor gegen ein deutsches Team.
Gegentor hemmt Leverkusen
Bayer kam danach nicht mehr richtig in Schwung. Auch die Einwechslung von Bayer-Toptorjäger Kießling (78. Minute) brachte nichts. Das Tor erzielten die Hausherren. Mit einem technischen Kabinettstückchen sorgte der Brasilianer Cleiton in der 85. Minute dann für die Entscheidung. Metalist hat nun vor dem letzten Gruppenspiel drei Punkte Vorsprung vor Leverkusen und den direkten Vergleich gewonnen.
Bayer hat zwar keine Chance mehr auf die Spitzenposition in der Gruppe K, ist aber auch von Platz zwei nicht mehr zu verdrängen. Leverkusen muss damit in der Zwischenrunde Mitte Februar im Rückspiel auswärts antreten - fraglos ein Handicap. Das letzte Gruppenspiel gegen Rosenborg Trondheim am Nikolaus-Tag im heimischen Stadion ist bedeutungslos geworden.
