Fast alle olympischen Rekorde wurden vom Dream Team im dritten Gruppenspiel gegen Nigeria gebrochen. Dabei hätte es noch schlimmer kommen können - wenn Carmelo Anthony durchgespielt hätte und die Amerikaner weitergemacht hätten wie im ersten Viertel...
Eine olympische Bestmarke ganz eigener Art hat das sogenannte Dream Team der US-Basketballer am späten Donnerstagabend gegen Nigeria aufgestellt. Die NBA-Stars besiegten Nigeria mit 156:73 und pulverisierten damit die bisherige höchste Punktzahl bei den Spielen um fast 20 Zähler.
Brasilien hatte 1988 in Seoul gegen Ägypten 138 Punkte aufs Scoreboard gebracht. Dieser Rekord war schon viereinhalb Minuten vor dem Ende des dritten Gruppenspiels der Amerikaner Geschichte, nachdem Andre Iguodala einen Dreier versenkt hatte. Dabei hatte es nach dem ersten Viertel noch viel schlimmer ausgesehen: 49 Punkte hatten die entfesselten Amerikaner, die sich Nigeria als Nightmare Team präsentierten, bis dahin schon akkumuliert - mehr als so manche BBL-Mannschaft in einem ganzen Spiel.
Am Ende waren fast alle relevanten Rekorde gefallen: der höchste Abstand zwischen zwei Mannschaften (83, zuvor 101:29 beim Spiel USA gegen Thailand 1956), der höchste Halbzeitscore, die meisten Dreier in einem Spiel (29, der vorherige Rekord von 13 war schon zur Pause gefallen) und schließlich auch die beste individuelle Bestmarke eines Amerikaners, die Carmelo Anthony mit 37 aufstellte. Der Knicks-Star brauchte nur 14 Nettospielminuten für diesen Wert, was die Frage aufwirft, wie viele Punkte er gemacht hätte, wenn er durchgespielt hätte.
Coach K wechselte komplett durch
Coach Mike Krzyzewski wechselte seine Starting Five aber komplett aus und gab allen Spielern im Kader Spielzeit. So trugen sich auch alle Profis in die Scorerliste ein, von Anthonys 37 bis hin zu den zwei Punkten von Tyson Chandler. Die 27 Punkte von Nigerias Ike Diogu waren dabei auch gar nicht schlecht, wie überhaupt die 73 Zähler der afrikanischen Olympia-Debütanten isoliert gesehen respektabel sind, wenn auch gegen ein Team, das praktisch nicht verteidigte, sondern nur auf Punkte spielte.
Nigerias Trainer Ayodele Bakare, der sein Auftaktspiel gegen Tunesien sogar gewonnen hatte, machte auf der anschließenden Pressekonferenz gute Miene zum bösen Spiel und sagte, Coach K sei einer der größten Einflüsse für seine Karriere - was dieser heute Abend sicher gerne bestreiten würde, wie Bakare schmunzelnd anfügte.
Krzyzewski schien, wie ESPN vermeldet, fast schon unglücklich über das hohe Ergebnis zu sein und sorgte sich darum, ob seine Spieler nicht die Bodenhaftung verlieren und sich für unschlagbar halten würden. Für den folgenden Tag gab Coach K seinem Rekordteam aber erstmal trainingsfrei.
