Der Badminton-Skandal bei den Olympischen Spielen schlägt noch hohe Wellen. Der chinesische Coach entschuldigte sich, die disqualifizierte Yu Xang erklärte ihren Rücktritt, der indonesische Verband forderte ein neues Format und Beachvolleyballer Julius Brink kritisierte das IOC.
Vier Damen-Doppel waren bei den Olympischen Spielen nachträglich disqualifiziert worden, weil sie offenbar versucht hatten, ihre Spiele nicht zu gewinnen, um in der nächsten Runde schweren Gegner aus dem Weg zu gehen. Zwei Doppel aus Südkorea, sowie je eines aus China und Indonesien wurden anschließend wegen Unsportlichkeit disqualifiziert, da sie "nicht ihr bestes gegeben haben, um ihre Spiele zu gewinnen".
"Die chinesischen Spielerinnen haben versagt, den Kampfgeist des Nationalteams zu zeigen. Ich trage dafür die Schuld", erklärte nun Chinas Cheftrainer Li Yongbo der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. "Als Cheftrainer muss ich mich bei den Fans und den Chinesen entschuldigen", meinte Li weiter.
Yu Yang beendet Badminton-Karriere
Auch die chinesische Olympia-Delegation war bemüht, die Wogen zu glätten und nahm die Sportler in die Pflicht. "Die Delegation ist erschüttert über das Ereignis", hieß es in einer Mitteilung. Die Spielerinnen hätten die olympischen Ideale des Fair Play klar verletzt. In Yu Yang zog eine Athletin bereits Konsequenzen. Sie kündigte an, ihren Badminton-Schläger an den Nagel zu hängen.
"Das ist mein letzter Wettbewerb. Goodbye Badminton-Weltverband, goodbye mein geliebtes Badminton", verbreitete sie im Netz. "Wir haben nur die Regeln benutzt, um ein Match abzutreten." Man habe herzlos ihre Träume zerschmettert. "Das ist unverzeihlich."
Brink übt Kritik am IOC
Unterstützung erhielten die Sportler vom deutschen Beachvolleyballer Julius Brink. Ihn ärgerte vielmehr, dass der zuständige Badminton-Verband und das IOC so etwas durch den Modus überhaupt erst möglich machen. "Wer ist dafür verantwortlich? Nicht die Athleten. Das sind diejenigen, die das System dem IOC vorstellen", sagte Brink. "Der Verband ist dafür verantwortlich, ein System zu finden, was diese ganzen Manipulationen und diese Fälle im Badminton nicht zulässt."
Im Rahmen dieses Systems verhalte sich dann natürlich jeder Sportler so, wie er selbst es für richtig erachte. Im Beachvolleyball könne er sich Vergleichbares aber nicht vorstellen. "Allein meine Mutter hätte mir die Ohren langgezogen, wenn ich so ein Spiel abgeliefert hätte", sagte Brink.
Indonesien fordert ein neues Format
In eine ähnliche Richtung ging die Forderung der indonesischen Badminton-Vereinigung die den Weltverband (BWF) aufforderte, das Turnierformat bei den Olympischen Spielen zu prüfen. "Indonesien hat immer den olympischen Geist und die olympischen Werte hochgehalten. Aber wir fordern vom BWF eine Überprüfung des Formats", sagte der Sport- und Jugendminister Andi Mallarangeng auf der Homepage des nationalen Verbandes.
Anders als bei sonstigen Turnieren gibt es bei Olympia Vorrunden-Gruppen. Erst danach folgt die Ko-Runde. Diese Änderung wurde gemacht, um den olympischen Regeln zu entsprechen.
