2010 hatte Andy Murray noch lamentiert, er könne wie "Roger Federer weinen, aber nicht spielen." Längst vorbei: Der Brite spielte konzentriert, intelligent und blieb in den engen Phasen der fünf Sätze gegen Federer cool. Im Finale hofft er auf ein schmerzhaftes Match.
21:5 Asse, 0:2 Doppelfehler, 62:43 Winner, 47:60 vermeidbare Fehler - Andy Murray war Roger Federer im Halbfinalkrimi bei den Australian Open 2013 in allen wichtigen Statistiken deutlich überlegen. Dass er die Partie letztlich trotzdem erst nach exakt vier Stunden mit 6:4, 6:7 (5:7), 6:3, 6:7 (2:7), 6:2 zu seinen Gunsten hatte entscheiden können, lag auch daran, dass er lediglich sechs seiner 16 Breakchancen nutzen konnte.
Unterm Strich bleibt seine schwarze Serie in Tiebreaks gegen Federer zwar bestehen - Murray konnte noch nie einen gegen den Schweizer gewinnen, dafür schlug er die Nummer zwei der Weltrangliste erstmals bei einem Grand Slam-Turnier und zog damit zum dritten Mal ins Finale der Australian Open ein, wo er auf Novak Djokovic treffen wird. "Er ist unglaublich beweglich, ich muss bereit sein, Schmerz zu ertragen", blickte Murray auf das Finale voraus. "Aber ich hoffe, es wird ein schmerzhaftes Match, denn das würde bedeuten, dass es auch ein gutes für mich wird."
Dominanter erster Satz von Murray
Den ersten Satz hatte Murray dominiert. Der Schotte rief alles das ab, woran er im letzten Jahr mit seinem Coach Ivan Lendl gearbeitet hatte. Er servierte stark, brachte 83 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Ziel, erlaubte Federer gerade einmal einen Breakball, bewegte sich gut und konnte seinem Gegner so bereits im dritten Spiel den Service abnehmen. Einziger Wermutstropfen bei Murray war die große Zahl seiner Unforced Errors, von denen er im Eröffnungssatz gleich 16 produziert hatte. Damit bewahrte er Federer immerhin vor einem möglichen deutlich höheren Rückstand und einer damit zusammenhängenden völligen moralischen Klatsche.
So konnte sich Federer im zweiten Satz vor allem bei eigenem Aufschlag steigern, fand besser zu seinem Rhythmus, betrieb mehr Aufwand und konnte das Match offener gestalten. Da sich aber Murray seine Unforced Errors zunächst reduzierte und sich gleichzeitig auch weiter auf sein bärenstarkes Service verlassen konnte, seine Ass-Bilanz nach oben schraubte, musste der Tiebreak entscheiden. Doch patzte Murray zunächst, ermöglichte durch unerzwungene Fehler zur Unzeit seinem Gegner zunächst eine 4:1-Führung, kam dann aber doch wieder heran. Bei 5:5 vergab der Brite mit einem Überkopfball die große Chance zum Satzball, wurde von Federers Rückhand am Netz passiert und musste den Satzausgleich hinnehmen.




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