Bei 5:3 im dritten Satz hatte Nicolas Almagro im Viertelfinale der Australian Open zum Matchgewinn serviert, doch ausgerechnet in diesem Moment bekam er Probleme in Knöchel und Adduktoren. Und dann zeigte David Ferrer mal wieder sein Kämpferherz und drehte das Match.
Nach 3:44 Stunden hatte er seinen Landsmann trotz scheinbar aussichtsloser Lage doch noch mit 4:6, 4:6, 7:5, 7:6, 6-2 niedergekämpft, gewann auch das zwölfte direkte Duell der beiden Spanier und zog ins Halbfinale ein. "Ich weiß auch nicht, was los war. Ich denke, ich habe eigentlich ein ganz gutes Match gezeigt", analysierte Almagro in der Pressekonferenz. "Es war eng, ein großer Kampf. Aber am Ende war es schwer für mich, weil ich schon bei 4:3 im dritten Satz etwas im Knöchel und den Adduktoren gespürt. Ich weiß nicht genau, was das ist, aber ich muss das vom Doktor checken lassen. Angefühlt hat es sich jedenfalls nicht gut."
Und es kostete ihn womöglich das Spiel. Denn auf einmal bekam er Probleme mit dem Service. "Ich konnte nicht mehr so gut aufschlagen, weil ich beim Service immer meinen ganzen Körper, meine ganze Power einsetze." Almagro schlug im weiteren Verlauf der Partie insgesamt noch zwei weitere Male zum Matchgewinn auf. "Doch auf einmal kam dann der erste Aufschlag nicht mehr und mit dem zweiten gegen David zu gewinnen, ist einfach schwer", erklärte er, wieso er auch diese Chancen nicht genutzt hatte.
Almagro muss noch an sich arbeiten
Zudem wurde er passiver als noch zu Beginn der Partie, während Ferrer besser ins Spiel kam und mehr Sicherheit gewann. "Er tut mir ein bisschen leid, weil er so dicht dran war", meinte Ferrer nach dem Marathonmatch. "Aber ich habe um jeden Punkt gekämpft." Damit zwang er Almagro im vierten Satz in den Tiebreak, den dieser glatt mit 4:7 verlor. "Damit bin ich sehr unzufrieden", analysierte Almagro. "Daran muss ich noch mehr arbeiten, damit ich in der Lage bin, mit den Topspielern mitzuhalten."
Für den unermüdlichen Kämpfer Ferrer, der in diesem Jahr zwölf von 13 Matches gewonnen hat, ist es die fünfte Halbfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Halbfinale. Bei den Australian Open hatte er bereits 2011 in der Runde der letzten Vier gestanden. Der Rechtshänder aus Valencia wartet noch auf sein erstes Finale bei einem der vier Major-Tournaments.
Fest steht, dass Ferrer in der Weltrangliste seinen vor ihm stehenden und derzeit verletzten Landsmann Rafael Nadal von Rang vier verdrängen wird. Almagro blieben am Ende außer der Enttäuschung über das Aus und die verpassten Chancen nur die verbalen Blumen des Landsmanns. "Er ist noch ein junger Spieler, wird noch Chancen bekommen, ein Semifinale zu spielen. Aber ich bin sicher, dass er in diesem Jahr die Chance auf die Top Acht hat."
