Kurz vor dem Start des Turniers in Stuttgart hatte sich Tommy Haas enttäuscht ob der Nicht-Nominierung für die Olympischen Spiele gezeigt. Nach seinem Erfolg in Runde eins gegen Igor Andreev erhielt er Unterstützung von Michael Stich, der den DOSB kritisierte.
Nachdem er von seinem Aus erfahren hatte, war Haas "tierisch enttäuscht" vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Hochspringerin Ariane Friedrich und Speerwerfer Matthias de Zordo hatten eine Wildcard erhalten, obwohl sie die Norm ebenfalls verpasst hatten. Dies fand Haas "nur noch peinlich. Wenn ich nicht schon erfolgreich an Olympischen Spielen teilgenommen hätte, hätte ich wahrscheinlich einen Rechtsanwalt eingeschaltet."
In seinem Erstrundenmatch in Stuttgart schlug er dann den Russen Igor Andreev in 97 Minuten mit 4:6, 6:2, 6:2.. Dabei musste Haas nur einmal seinen Aufschlag abgeben. Der Fauxpas unterlief ihm direkt im ersten Aufschlagspiel, nach dem Verlust des ersten Satzes dominierte er das Match weitgehend und siegte verdient.
Tommy Haas bekommt Unterstützung von Michael Stich
Neben dem Erfolg erhielt Haas noch Unterstützung vom Michael Stich, der 1992 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen hatte. "Ich kann die Nominierungskriterien des DOSB überhaupt nicht nachvollziehen", so Stich gegenüber dem Sender NDR Info. "Wenn es immer nur darum geht, dass Athleten eine reelle Medaillenchance haben, dann dürften wir die Hälfte unserer Sportler da nicht hinschicken."
Einzig Philipp Kohlschreiber vertritt nun die deutschen Herren im Einzel auf dem heiligen Rasen in Wimbledon. "Ich kann absolut verstehen, dass er sich aufregt", sagte Stich. "Tommy als Anerkennung für seine Leistungen für den deutschen Sport und für das deutsche Tennis über die letzten 14 Jahre eine Wildcard zuzubilligen, finde ich eine Selbstverständlichkeit", erklärte der Wimbledonsieger von 1991.
Phau und Kamke in Runde zwei - Petzschners verletzt sich beim Fußball
Neben Haas schafften noch Björn Phau und Tobias Kamke den Sprung in Runde zwei beim Tennis Turnier in Stuttgart. Phau kam auf dem Weissenhof zu einem ungefährdeten 6:3, 6:3 gegen den Österreicher Martin Fischer, Kamke siegte ähnlich souverän mit 6:3, 6:4 gegen Flavio Cipolla aus Italien.
"Die Bälle lassen sich hier in der Höhe und auf dem extrem schnellen Sand kaum kontrollieren", monierte Phau nach seinem Sieg. Cedrik-Marcel Stebe hat indes als fünfter deutscher Tennisprofi die zweite Runde erreicht. Der 21 Jahre alte Schwabe aus Vaihingen/Enz gewann bei teilweise strömendem Regen gegen den Polen Lukasz Kubot 6:2, 0:6, 6:3.
Ausgeschieden in Stuttgart sind hingegen Robin Kern, der 6:7, 2:6 gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci unterlag sowie Julian Reister, der sich dem Franzosen Jeremy Chardy mit 2:6, 4:6 geschlagen geben musste. Philipp Petzschner musste seinen Einzel-Start in Stuttgart gegen den Franzosen Benoit Paire dagegen absagen, da er sich bei einem Fallrückzieher verletzt hatte.
Einem Fallrückzieher? Der Sohn Petzschners feierte seinen elften Geburtstag im Garten. Beim obligatorischen Fußballspiel hatte Petzschner zwar gute Haltungsnoten bewiesen, dafür aber einen hohen Preis gezahlt. "Nach einem prächtig gelungenen Fallrückzieher bin ich unglücklich auf den Rücken gefallen und der quadratische Lendenmuskel hat sofort zugemacht. Ich konnte nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen", sagte Petzschner.
Becker in Newport in Runde zwei
Ebenfalls eine Runde weiter - allerdings beim ATP-Turnier in Newport im US-Bundesstaat Rhode Island - ist Benjamin Becker. Er besiegte David Goffin mit 6:4, 6:3. Daniel Brands hat nach Matthias Bachinger das Achtelfinale beim ATP-Turnier im kroatischen Umag erreicht.
Der Deggendorfer Brands setzte sich gegen den italienischen Qualifikanten Walter Trusendi mit 6:1, 7:6 (10:8) durch und trifft nun auf den an Nummer zwei gesetzten Kroaten Marin Cilic. Am Vortag hatte bereits der Dachauer Bachinger sein Auftaktmatch gewonnen. Er bekommt es in der Runde der besten 16 bei der mit 358.425 Euro dotierten Sandplatzveranstaltung mit Martin Klizan aus der Slowakei zu tun.
