Gesetzlosigkeiten oder besser gesagt andere Gesetze, wie sie eine alte Fußballerweisheit sieht, haben zumindest in Teil eins des DFB-Pokals nicht stattgefunden. Mit dem FC Augsburg, Eintracht Braunschweig und dem FSV Frankfurt setzten sich die Favoriten durch.
Beim FC Augsburg, der vor 4098 Zuschauern im Jade-Stadion den einheimischen SV Wilhelmshaven mit 2:0 (1:0) besiegte, tat sich besonders Bundesliga-Rückkehrer Aristide Bancé hervor. Der Ex-Mainzer traf in der 28. Minute nach fast genau zwei Jahren Abwesenheit vom deutschen Fußball selbst per Kopf zur Führung und legte den zweiten Treffer für Knowledge Musona (78.) sehenswert mit der Brust auf.
Vieles andere war beim Debüt von Trainer Markus Weinzierl jedoch nicht so glänzed wie zeitweise Bancés Auftritt. "Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen, das haben wir uns anders vorgestellt", gestand Augsburgs neuer Manager Manfred Paula zur Pause. "Da müssen wir noch zulegen." . In der zweiten Halbzeit tat der FCA jedoch noch weniger und verlor völlig die Souveränität.
In der schwachen Partie hatte auch Wilhelmshaven selbst nach dem Rückstand wenig bis gar nichts für die Offensive getan. Nach dem Wechsel wurde der Viertligist etwas mutiger, vermochte den Favoriten aber kaum in Gefahr zu bringen.
Bis zur 55. Minute kamen die lange Zeit ängstlichen Gastgeber gar nicht vor das Tor von Simon Jentzsch. Mehr als ein Kullerball vom kurz zuvor eingewechselten Moussa Alawie kam indes auch bei der ersten Möglichkeit Wilhelmshavens nicht heraus. Immerhin vermieden die Amateure durch ihre passive Spielweise zum ersten Mal im vierten Duell mit einem Bundesligisten eine deutliche Pleite. Zuvor hatte der Regionalligist gegen Bochum (1980), gegen Kaiserslautern (2007) und gegen Frankfurt (2010) jeweils vier Gegentore kassiert.
Braunschweig souverän - Lübeck ohne Torschuss
Eintracht Braunschweig hat sich in der ersten Runde des DFB Pokals mit einem lockeren 3:0-Sieg beim VfB Lübeck durchgesetzt. Ein Doppelpack von Kevin Kratz (13./68.) und ein Treffer von Mirko Boland (67.) entschieden die Partie zu Gunsten der Braunschweiger, die eine ansprechende und konzentrierte Leistung gezeigt hatten und sich völlig verdient für die zweite Runde des DFB-Pokals qualifizieren konnten.
Lübeck war mit diesem Ergebnis sogar noch gut bedient, schließlich hatte der Regionalligist vor eigenem Publikum im mit 6411 besetzten Stadion an der Lohmühle während der ganzen 90 Minuten nicht einen gefährlichen Schuss auf das Tor der Gäste abgeben können. Zudem agierten sie nach den beiden Treffern in der zweiten Halbzeit mit nur zehn Spielern, nachdem Moritz Marheineke in der 70. Minute nach einem Tritt in die Beine von Domi Kumbela die Rote Karte gesehen hatte.
FSV Frankfurt mit Glück in Großaspach
Der FSV Frankfurt steht ebenfalls in der zweiten Runde. Der Ligakonkurrent der Braunschweiger gewann mit 2:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach. Der Sieg der Frankfurter war allerdings etwas glücklich zustande gekommen. Denn zunächst war der Außenseiter vor heimischem Publikum in der Comtech Arena mit 1:0 in Führung gegangen, nachdem Stürmer Sebastian Szimayer in der 16. Minute getroffen hatte.
Doch die Freude der aus einer Kneipenmannschaft hervorgegangenen Regionalliga-Kicker währte nur kurz. Denn mit einem Doppelschlag drehten Yannick Stark (21.) mit einem Distanzschuss und Matthew Leckie (22.) per Kopf vor 1436 Zuschauern das Spiel zugunsten der Frankfurter.
In der zweiten Hälfte drängte Großaspach zwar auf den Ausgleich, bekam den Ball aber nicht noch einmal im Tor der Gäste unter. Die dickste Chance vereitelte Michael Görlitz in der 59. Minute, als er einen Kopfball von Dennis Grab für seinen bereits geschlagenen Schlussmann Patric Klandt von der Torlinie kratzte. Grabs Mitspieler Robin Schuster konnte kurz vor dem Ende ebenfalls nicht für ein Großaspacher Erfolgserlebnis sorgen, er köpfte vorbei (84.).
