Im Finale der Copa del Rey musste sich Real Madrid mit 1:2 n.V. (1:1) gegen den Stadtrivalen Atletico Madrid geschlagen geben. Atletico gewann damit zum ersten Mal seit 1999 ein Derby gegen die Königlichen, Real hingegen verspielte auch seine letzte Chance auf einen Titel diese Saison.
Cristiano Ronaldo (14.) brachte die Hausherren vor 80.354 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabeu zunächst in Führung, bevor Diego Costa (35.) der Ausgleich gelang. In der Verlängerung sorgte schließlich Innenverteidiger Miranda (98.) für die Entscheidung, bevor Ronaldo nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah (114.) und den Platz verlassen musste. Auch Gabi verließ den Platz vorzeitig, er sah in der Nachspielzeit der Verlängerung Gelb-Rot.
Damit gewann Atletico Madrid zum ersten Mal seit 4948 Tagen wieder ein Spiel gegen den Stadtrivalen und sicherte sich zum zehnten Mal den spanischen Pokal. Real beendet zum ersten Mal unter Trainer Jose Mourinho eine Saison ohne Titel.
Real Madrid startet besser in die Partie
In der begünstigt durch die großzügige Linie von Schiedsrichter Carlos Clos Gomez sehr ruppig geführten Partie übernahm Real Madrid schnell die Kontrolle und ließ Ball und Gegner laufen, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden.
Nachdem Karim Benzema mit einem schlechten Pass einen Konter der Königlichen noch leichtfertig vergab, nutzte Ronaldo die folgende Ecke nach 14 Minuten allerdings zur Führung: Der von Mesut Özil getretene Eckball senkte sich am Elfmeterpunkt, wo sich Ronaldo im Kopfballduell gegen Diego Godin durchsetzte und Torhüter Thibaut Courtois keine Chance ließ.
Diego Costa besorgt den Ausgleich
Wachgerüttelt durch das Gegentor zeigte sich Atletico offensiver, während Real sich weit in die eigene Hälfte zurückzog. So reichte zehn Minuten vor der Pause eine gelungene Aktion von Radamel Falcao, der sich im Mittelfeld gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und Costa mit einem Pass in die Schnittstelle der Abwehr in Szene setzte, zum Ausgleich. Der Stürmer vollendete aus zentraler Position in die rechte untere Torecke, Diego Lopez konnte den Ball mit den Fingerspitzen nicht mehr entscheidend ablenken.
Real wurde daraufhin wieder aktiver, verpasste kurz vor der Halbzeit allerdings die erneute Führung durch Özil, als ein Volleyversuch des deutschen Nationalspielers von der Strafraumkante nur den Pfosten traf.
Noch zweimal Pfosten nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Mannschaften im Mittelfeld, sodass es kaum zu Torraumszenen kam. Nach einer guten Stunde hätte Real jedoch in Führung gehen müssen: Benzema traf nach Vorarbeit von Ronaldo allerdings nur den Pfosten, Özils Nachschuss aus kurzer Distanz klärte Juanfran für den bereits geschlagenen Courtois auf der Linie.
Die Königlichen blieben weiter im Pech, ein Freistoß von Ronaldo vom Strafraumrand nach Foul an Benzema brachte zwanzig Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den dritten Pfostentreffer für die mittlerweile klar überlegene Mannschaft. Nachdem auch die Schlussphase, in der Mourinho nach einer Auseinandersetzung mit dem vierten Offiziellen auf die Tribüne musste, keine Entscheidung brachte, ging das chancenarme Spiel in die Verlängerung.
Miranda mit der Entscheidung
Dort präsentierte sich Atletico als zielstrebigere Mannschaft und drängte früh auf das Führungstor. Costa scheiterte in der 95. Minute noch zweimal an Lopes, bevor Innenverteidiger Miranda per Kopf nach einer Flanke von Koke den entscheidenden Treffer erzielte. Real Madrid konnte trotz großer Anstrengung und einer Riesenchance von Özil (109.) die erste Saisonniederlage im Estadio Santiago Bernabeu nicht mehr verhindern.
Stattdessen verlor Real fünf Minuten vor Schluss Ronaldo, der nach einem Tritt gegen Gabi die Rote Karte sah. Gabi musste in der Nachspielzeit der Verlängerung mit Gelb-Rot ebenfalls vorzeitig gehen.
Atletico belohnte sich mit dem Sieg für eine gute Pokalsaison und eine engagierte Leistung in der Verlängerung. Die Mannschaft von Trainer Diego Simeone blieb als einziges Team im Wettbewerb ungeschlagen.
Autor: Martin Grabmann

