Arthur Abraham ist neuer Weltmeister der WBO im Supermittelgewicht. Abraham konnte Robert Stieglitz nach Punkten besiegen. Stieglitz boxte ungenau und zeigte wenig Mut, Abraham beeindruckte durch seine Schlaghärte und hielt die taktische Marschroute ein.
Arthur Abraham ist neuer Box-Weltmeister im Supermittelgewicht nach Version der WBO. Der 32-Jährige entthronte Robert Stieglitz vor 10.000 Zuschauern in Berlin nach zwölf Runden mit einem einstimmigen Punktsieg (116:112, 116:112, 115:113).
Ein ganz anderer Abraham
Der Berliner Abraham, vier Jahre lang Weltmeister im Mittelgewicht nach Version der IBF, erkämpfte sich damit in der zweiten Gewichtsklasse einen WM-Titel. Für den gebürtigen Armenier war es der 35. Sieg im 38. Profikampf. Der 31 Jahre alte Stieglitz musste dagegen im 45. Kampf die dritte Niederlage einstecken.
Arthur Abraham lieferte eine starke erste Runde ab. Er gilt als Spätstarter, doch gegen Robert Stieglitz zeigte er, dass er auch zu Beginn Druck machen kann. Allerdings gehörten Runde zwei und drei dem Titelverteidiger. In der vierten Runde sahen die Zuschauer die Vorentscheidung des Kampfes. Arthur Abraham landete eine Rechte im Ziel und Robert Stieglitz wackelte deutlich.
Angst vor Abraham
Abraham hatte gezeigt, welche Wucht hinter seinen Schlägen steckt. Stieglitz wirkte von da an seltsam fahrig und seinen Schlägen fehlte die Genauigkeit. Er boxte zwar aktiver als Abraham, aber meist auf die Deckung des gebürtigen Armeniers. Abraham brauchte nur kleine Zwischenspurts, um den Kampf zu diktieren und Eindruck zu schinden. Dabei setzte er die Taktik von Coach Ulli Wegner gut durch, boxte wenig über die Außenbahn, sondern setzte viele rechte Geraden und traf Stieglitz immer wieder empfindlich.
Der Titelträger hatte zu viel Respekt vor Abraham und wurde durch einen Cut am Auge behindert, der die Sicht einschränkte. Am Ende entschieden die Punktrichter klar für Abraham (116:112, 116:112, 115:113), der nun neuer Weltmeister der WBO im Supermittelgewicht ist.
Stieglitz: Die falsche Taktik
Robert Stieglitz sagte nach dem Kampf laut ARD: "Ich habe die falsche Taktik geboxt, es war nicht mein Abend. Mein Auge war zugeschwollen, es lief alles schief", so Robert Stieglitz, der sagte, dass er einen Rückkampf will. "Es ist ein sehr emotionaler Moment. Es ist schwer, meine Gefühle zu beschreiben. Ich habe zwei Ziele gehabt, Weltmeister im Mittelgewicht zu werden und im Supermittel, das ist nun eine gelungene Geschichte für mich", sagte Arthur Abraham. Nach dem Kampf äußerte sich auch Abraham-Promoter Wilfried Sauerland.
"Ich glaube, dass jetzt erst einmal ein anderer Kampf kommt. Robert muss sich ja auch erst mal erholen. Ein Kampf gegen Felix Sturm ist ein Problem der Finanzen und der Sender, aber wir werden Felix Sturm ein Angebot machen", so Wilfried Sauerland.
Der Amateur-Weltmeister von 2009, Jack Culcay, erkämpfte sich seinen ersten Titel bei den Profis. Der 26-Jährige bezwang den Franzosen Frederic Serre durch technischen K.o. in der dritten Runde und ist nun Interkontinentaler Meister im Halbmittelgewicht nach Version des Verbandes WBA.
