Im Zuge der Ermittlungen gegen Lance Armstrong haben seine früheren Teamkollegen George Hincapie und Michael Barry ein Dopinggeständnis abgelegt. "Früh in meiner Profikarriere wurde mir klar, dass es wegen der weit verbreiteten Anwendung leistungssteigernder Mittel bei Spitzen-Radfahrern nicht möglich war, auf dem höchsten Niveau mit ihnen mitzuhalten", schrieb der 39 Jahre alte Amerikaner Hincapie auf seiner Internetseite über den Gebrauch verbotener Substanzen bis 2006. Der Sieger einer Bergetappe bei der Frankreich-Rundfahrt 2005 hatte Armstrong bei dessen sieben Tourtiteln von 1999 bis 2005 begleitet und diesen August seine Laufbahn beendet. Wie Hincapie hatte auch Barry gegenüber der US-Anti-Dopingagentur USADA über das vermeintliche Dopingsystem im Armstrong-Team ausgesagt. "Ich habe gedopt. Es war eine Entscheidung, die ich tief bereue", schrieb der Kanadier Barry, der bis zuletzt für das Team Sky fuhr und im September zurückgetreten war. Seit dem Sommer 2006 habe er nie wieder Dopingmittel genommen. Am Mittwoch hatte die USADA ihre Urteilsbegründung im Dopingfall Armstrong unter anderem an den Weltverband UCI geschickt. Darin enthalten sind die beeideten Zeugenaussagen von 15 Radprofis, darunter elf ehemaligen Teamkollegen des Amerikaners. Die US-Anti-Doping-Agentur hatte Armstrong Ende August lebenslang gesperrt und seine Ergebnisse seit dem 1. August 1998 gestrichen. Sollte die UCI dem zustimmen, würde Armstrong seine Toursiege von 1999 bis 2005 verlieren.
