Ariane Friedrich hat bei den Olympischen Spielen die Qualifikation für das Finale im Hochsprung verpasst. Kritiker, die sich über ihre Nominierung trotz verpasster Norm aufgeregt hatten, werden sich bestätigt fühlen. Schnell kam daher Rückendeckung vom Verband.
Viel fehlte nicht und Ariane Friedrich wäre im Olympia-Finale dabei gewesen, doch ein ärgerlicher Fehler vermasselte ihr das Happy End. "Ich war schon drüber", haderte sie noch eine Stunde nach ihrem Qualifikations-Aus im Hochsprung, "aber dann habe ich die Latte mit der Hacke noch gerissen." Das war im dritten und letzten Versuch bei 1,96 Meter.
Gereicht hätten beinahe schon die 1,93 Meter, die sie zuvor gemeistert hatte. Es war ihre beste Leistung im Jahr 2012. "Ich bin sehr traurig, es war sehr knapp", sagte Friedrich. Am Ende der Ausscheidung gab es einen Gleichstand mehrerer Springerinnen, die 1,93 Meter im dritten Versuch gemeistert hatten. Erst entschieden die Kampfrichter deshalb, 14 Starterinnen für das Finale an diesem Samstag zuzulassen. Wenig später revidierten sie die Entscheidung, und Friedrich musste sich noch dreimal an 1,96 Meter versuchen - vergeblich.
"Ich dachte schon, ich bin weiter", schilderte sie die Situation."Ich kann mir nicht vorwerfen, es versaubeutelt zu haben. Ich habe den Hintern zusammengerissen und alles probiert." So sahen es auch ihr Trainer Günter Eisinger und DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. Beide stärken Friedrich nach dem Aus den Rücken.
"Wer bei Olympia die beste Leistung des Jahres zeigt, der war zurecht bei Olympia", verteidigte Eisinger seine Athletin."Wer den Leidensweg von Ariane kennt, der kann nur zufrieden mit der Leistung sein. Ariane hat den besten Wettkampf des Jahres gemacht", lobte Kurschilgen.
Seit ihrem Achillessehnenriss im Dezember 2010 läuft sie der Form vergangener Zeiten hinterher. Die deutsche Rekordhalterin (2.06 Meter) konnte die Norm von 1.95 Meter in dieser Saison nicht erfüllen und durfte trotzdem per Ausnahmeregelung nach London reisen. Das kam nicht überall gut an.
Friedrich wehrt sich gegen Kritiker
Die zweimalige Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth etwa hatte scharfe Kritik geübt und und ihr vorgeworfen, seit dem dritten Platz bei der EM 2010 keine Leistung mehr gebracht zu haben.
"Es ist traurig, wenn man so einen Nestbeschmutzer hat. Ich habe mit ihr nie ein Problem gehabt", konterte Friedrich."Ich habe für den deutschen Hochsprung auch schon viel geleistet", betonte sie.
Olympia 2016 das Ziel
Und das will sie auch in Zukunft tun. Ihr Ziel sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro und auch im Hinblick darauf war die Teilnahme in London für sie sehr wichtig."Das war für meine weitere Karriere als Hochspringerin sehr wichtig." Sie will das Erlebnis von London "erst mal sacken" lassen, bevor sie über ein frühzeitiges Saisonende entscheidet. "Wenn wir es schaffen, Ariane den Glauben im Wettkampf wiederzugeben, bin ich überzeugt, dass sie wieder an ihre alten Leistungen anknüpfen kann", gab sich ihr Trainer Eisinger optimistisch.
