Kerber, Lisicki, Görges, Petkovic, Barthel... Klar, die kennen Sie. Aber was ist mit Annika Beck? Mit einer Mischung aus enormem Ehrgeiz und eiserner Disziplin übersprang die 18-Jährige ein Schuljahr, baute ein Einser Abi und feierte nebenbei im Tennis Erfolge. Nach dem Junioren-Titel in Paris greift sie nun in Wimbledon auch bei den Profis an.
Für ausschweifende Feiern nach dem bisher größten Triumph ihrer Tennis-Karriere blieb Annika Beck wenig Zeit. "Das war mein letztes Juniorinnen-Turnier", erklärte die 18-jährige Deutsche, nachdem sie vor gut zwei Wochen durch einen 3:6, 7:5, 6:3-Erfolg über Anna Schmiedlova die French Open der Juniorinnen gewonnen hatte als erste Deutsche nach Anna-Lena Grönefeld 2003.
Statt die Siegesparty zu planen, hatte Beck bereits kurz nach dem verwandelten Matchball schon die nächste Stufe auf ihrer persönlichen Karriereleiter ins Auge gefasst. "Jetzt konzentriere ich mich auf die WTA Tour", erklärte sie und gab die Qualifikation für Wimbledon als nächstes großes Ziel aus. Eine Mission, die sie mittlerweile ebenfalls mit Bravour erledigt hat.
Ohne Satzverlust überstand Beck die für den Auftritt im All England Lawn Tennis and Croquet Club nötigen drei Qualifikationsrunde und ließ sich in der entscheidenden Partie gegen die 14 Jahre ältere Petra Rampre auch nicht von einer längeren Regenunterbrechung aus dem Rhythmus bringen. Mit dem souveränen 6:3, 6:4-Erfolg qualifizierte sich Beck als fünfte deutsche Spielerin nach Angelique Kerber, Julia Görges, Mona Barthel, Sabine Lisicki für das Hauptfeld auf dem heiligen Rasen von Wimbledon.
Clubs kennt Beck nicht - außer Sportclubs
Aber Partys waren ohnehin nach eigener Aussage noch nie das Ding von Beck gewesen. "In einem Club bin ich noch nie gewesen", erklärte sie dem Magazin Girls Open. Anders hätte sie ihre Entwicklung seit ihrem vierten Lebensjahr aber wohl auch nicht so kontinuierlich vorantreiben können. Ehrgeizig, zielstrebig, fleißig und diszipliniert sind Adjektive, mit denen ihr Umfeld Annika charakterisiert. Eigenschaften, die ihr trotz enormem zeitlichen Aufwand für Training und Turnierreisen halfen, gleichzeitig sportlich und schulisch erfolgreich zu sein.





