Mit Serena Williams und Petra Kvitova die letzten beiden Wimbledon-Champs geschlagen und das Finale erreicht - Angelique Kerber ist kurz vor den US Open in absoluter Hochform und darf vom Turniersieg in Cincinnati träumen. Nun wartet allerdings eine Angstgegnerin.
"Das ist so unglaublich, hier im Finale zu stehen", jubelte Kerber nach ihrem 6:1, 2:6, 6:4-Halbfinalsieg über Kvitova laut wtatennis.com und gab den US-Tennisfans im Rund des Stadions genau das, was diese hören wollen - eine Lobpreisung des Turniers. "Ich genieße es hier so sehr. Das ist eines meiner Lieblingsturniere."
In das Match gegen Kvitova, die in der letzten Woche noch das Turnier in Montreal gewonnen hatte, erwischte Kerber einen tollen Start, entschied den ersten Satz mühelos für sich. Ihr Plan, Kvitova mit viel Laufarbeit und lang platzierten Bällen zu Fehlern zu zwingen ging voll auf. Kerber gewann sechs Spiele in Folge glatt, bis bei 2:1-Führung im zweiten Satz plötzlich der Faden der Deutschen etwas riss und Kvitova aufdrehte.
Kerber wieder einmal nervenstark
Zuvor hatte sie noch Fehler an Fehler gereiht. "Doch auf einmal schlug sie Winner, ich hatte in diesem Moment überhaupt keine Chance", analysierte Kerber. Doch die Deutsche gab nicht auf, obwohl der zweite Durchgang schnell und glatt verloren ging. Dreisatz-Matches sind schließlich genau das Ding von Kerber, ihre Bilanz in Matches über die volle Distanz ist mit 18 Siegen aus 19 Versuchen in dieser Saison einzigartig.
"Ich habe bis zum letzten Punkt gekämpft", bekräftigte Kerber, was sich dann auch im Ergebnis niederschlug. Nach 1:54 Stunden verwandelte Kerber ihren dritten Matchball zum insgesamt 53. Saisonsieg. Mehr hat in diesem Jahr noch keine andere Spielerin feiern können.
Ein Sieg fehlt ihr damit noch zum dritten Turniersieg in dieser Saison. Ihre Gegnerin im Finale wird Na Li sein. Gegen die Chinesin hat Kerber insgesamt eine negative Matchbilanz, verlor vier der bisherigen fünf Duelle. Die reine Bilanz aus 2012 weist für die beiden Kontrahentinnen bei zwei Vergleichen je einen Sieg aus. Die Chinesin ist derzeit ebenso wie Kerber in bestechender Form, unterlag vor einer Woche Kvitova erst im Finale von Montreal.
Li von Williams' Problemen nur kurzfristig irritiert
Und auch beim 7:5, 3:6, 6:1-Sieg über Venus Williams zeigte Li eine starke Vorstellung, auch wenn ihre Gegnerin sichtlich mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte. Die brachten aber eher die Chinesin etwas aus dem Konzept. "Als sie den Physio rufen musste, hatte ich mit dem Match schon irgendwie abgeschlossen. Doch als sie nach der Behandlung wieder auf dem Platz stand, fightete sie weiter", so Li laut offizieller Homepage.
Doch am Ende riss sie sich doch noch zusammen und beendete das Match zu ihren Gunsten und irgendwie auch zu ihrer eigenen Verwunderung. "In den letzten zwei Jahren hab ich in Nordamerika kaum etwas auf die Kette bekommen und nun steh ich schon wieder im Finale. Keine Ahnung, was da passiert, aber der Ball landet diesmal immer im Feld", kommentierte sie erstaunt.
Kerber ist gewarnt. "Sie bewegt sich sehr gut und schlägt die Bälle hart und lang. Das wird ein hartes Match", prophezeite die Deutsche. "Ich muss 100 Prozent abrufen, wenn ich eine Chance auf den Sieg haben will. Aber es ist ein Finale, ich werde es genießen, wie ich schon die gesamte Woche genossen habe."
