André Greipel feierte am Tag der Tricolore seinen dritten Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France. Er schlug Peter Sagan im Fotofinish. Dahinter rollten zeitgleich Spitzenreiter Bradley Wiggins und sein ärgster Verfolger Vincenzo Nibali ins Ziel.
Dritter Streich durch André Greipel: Der gebürtige Rostocker gewann die 13. Etappe der 99. Tour de France in Cap d'Agde und feierte damit seinen dritten diesjährigen Tagessieg beim bedeutendsten Radrennen der Welt. Nach 217 Kilometern verwies er im Massenspurt an der Mittelmeerküste den ebenfalls dreifachen Etappensieger Peter Sagan (Slowakei) und den Norweger Edvald Boasson-Hagen auf die Plätze. Auch eine ruppige Steigung 23 Kilometer vor dem Ziel, auf der Greipel etwas zurückgefallen war, konnte das Kraftpaket vom Team Lotto-Belisol nicht stoppen.
Greipel ist auf Thuraus Spuren
"Ich bin wirklich sehr froh, dass ich ihn so knapp besiegen konnte", sagte Greipel über den Erfolg gegen seinen Sprintrivalen Sagan. Drei Siege in einer Tour gelangen als letztem deutschen Profi Erik Zabel 2001. In Rouen und St. Quentin hatte Greipel in der ersten Tourwoche schon zugeschlagen. Sein großer Tour-Traum bleibt noch der Finalerfolg auf den Champs Elysées am 22. Juli in Paris. Er feierte am Samstag seinen insgesamt 16. Erfolg in dieser Saison und lag sich mit seinen Teamkollegen nach der Zieldurchfahrt in den Armen.
Zeitgleich mit Greipel rollten der wieder mit viel Übersicht fahrende Spitzenreiter Bradley Wiggins und sein ärgster Verfolger Vincenzo Nibali ins Ziel. An der Spitze des Gesamtklassements gab es keine Veränderung: Wiggins, der im Finale sogar sogar für Boasson Hagen den Sprint anzog, führt weiter mit 2:05 Minuten vor seinem Teamkollegen Christopher Froome und 2:23 vor dem Sizilianer Nibali. Die Hauptarbeit beim Stellen der letzten Ausreißer, Michael Albasini und Alexander Vinokurov, hatten Greipels Lotto-Fahrer geleistet - trotzdem blieb ihnen noch genug Kraft für die direkte Sprintvorbereitung.
Michael Morkov müde eingeholt
Schon früh hatte sich wieder eine Ausreißergruppe gebildet, die lange kämpfte, um sich den Traum vom Etappensieg zu erfüllen. Aber die acht Fahrer, darunter am Nationalfeiertag vier Franzosen, kamen auf der drittlängsten Tour-Etappe nur bis an den Fuß des Mont Saint-Clair. Auf den steilen Rampen der 1,6 Kilometer langen, sehr ruppigen Steigung im Badeort Sète 23 Kilometer vor dem Ziel wurden sie eingeholt. Als letzter der Gruppe hatte der Däne Michael Morkov widerstanden, der sich aus der Spitzenformation abgesetzt hatte, aber kurz vor dem Gipfel völlig erschöpft auch gestellt wurde.
Sein Team Saxo-Bank-Tinkoff hätte einen Sieg bitter nötig gehabt. Die einstige Super-Equipe fehlt der noch bis August gesperrte Alberto Contador an allen Ecken und Enden. Der Spanier steigt bei der Eneco-Tour in den Niederlanden und Belgien ab 5. August wieder in den Rennbetrieb ein. Die Spanien-Rundfahrt im September "fährt er auf Sieg", wie sein Teamchef Bjarne Riis in Frankreich mitteilte.
