Fernando Alonso hat im Regenchaos von Silverstone die Nerven behalten und sich die Pole gesichert. Der Ferrari-Pilot ließ sich auch durch eine zwischenzeitliche Unterbrechung nicht stoppen und verwies Mark Webber und Michael Schumacher auf die weiteren Plätze.
Typisch englisches Wetter hat beim Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien in Silverstone zu chaotischen Zuständen auf und abseits der Rennstrecke geführt. Strahlender Sieger war am Ende Fernando Alonso im Ferrari, der nach gut 90 minütiger Unterbrechung auf die Pole-Position fuhr.
"Das war nicht einfach", gestand Alonso und war sichtlich erleichtert nach seiner ersten Pole seit Singapur 2010. "Fast zwei Jahre sind für Ferrari eine lange Zeit", sagte er. Vor dem neunten Saisonrennen am Sonntag führt er die Gesamtwertung mit 111 Zählern vor Webber (91), Lewis Hamilton (88) und Vettel (85) an.
Der Spanier fuhr die schnellste Runde vor Mark Webber im Red Bull und Mercedes-Pilot Michael Schumacher. Sebastian Vettel reihte sich auf dem vierten Rang ein. "Ich bin nicht 100 Prozent zufrieden. Es hätte ein bisschen besser sein können", bekannte Vettel.
Ein Lächeln hatte dagegen Schumacher im Gesicht. "Platz drei ist eine gute Ausgangsposition", sagte der Rekordweltmeister und sprach von einem "positiven Trend" für Mercedes. Nico Hülkenberg fuhr auf den neunten Platz. Allerdings wird er fünf Ränge zurückgestuft, weil das Getriebe seines Force India gewechselt werden musste.
Große Verlierer des Tages waren Jenson Button (McLaren) und Nico Rosberg (Mercedes), die im ersten beziehungsweise zweiten Durchgang ausgeschieden waren und von den Positionen 18 und 11 ins Rennen gehen. Einziger Trost dürfte sein, dass auch für den Renntag mit Regen gerechnet werden muss und das Klassement abermals durcheinandergewirbelt werden könnte.
Zuschauer sollen zu Hause bleiben
Für chaotische Zustände hatte das Wetter schon am Vortag gesorgt, als der Verkehr rund um die Strecke zusammengebrochen war. Auslöser für die kilometerlangen Staus war die Sperrung zahlreicher unbefestigter Parkflächen wegen des Dauerregens. Diese Tatsache veranlasste die Organisatoren zu einem ungewöhnlichen Aufruf. Rund 20.000 Karteninhaber wurden gebeten, nicht zum Qualifying zu erscheinen.
Trotz der widrigen Umstände harrten zahlreiche unerschrockene Fans an der Strecke aus und wurden dank des Regens mit einem turbulenten Qualifying belohnt. Trotz zahlreicher Dreher und Ausritte in die Kiesbetten kam kein Fahrer zu Schaden. Der Kampf um die Positionen war in allen drei Durchgängen dramatisch.
Pechvogel des ersten Umlaufs war Jenson Button, der auf seiner entscheidenden schnellen Runde von Gelben Flaggen ausgebremst wurde. Tim Glock hatte sich mit seinem Marussia auf der Zielgeraden gedreht und somit Button die letzte Chance genommen. Der McLaren-Pilot schied ebenso wie Glock im ersten Durchgang aus.
Fahrer von der Strecke gespült
Der zweite Durchgang begann zunächst noch unter halbwegs akzeptablen Bedingungen, im Verlauf wurde der Regen jedoch immer stärker und vor allem blieb sehr viel Wasser auf der Strecke stehen. Schumacher drehte sich zweimal von der Strecke, auch Alonso konnte gerade noch einen Unfall vermeiden.
"Es ist Zeit für die Rote Flagge", rief der wütende Spanier in den Boxenfunk. Die Rennleitung folgte diesem Urteil und unterbrach die zweite Einheit nach knapp neun Minuten. "Es ist einfach zu viel Wasser überall", befand Vettel.
Nun begann das Warten. Vettel hockte sich vor seine Garage und schaute in den tiefgrauen Himmel. Auch Hollywood-Star Jude Law suchte mit seiner Entourage in der Red-Bull-Box Schutz vor dem Wetter. Rosberg stimmte in die La-Ola-Welle der geduldig ausharrenden Fans ein. "Vergiss Regenreifen, morgen bringe ich eine Gummiente mit", twitterte Paul Hembery, der Motorsportdirektor von Reifenhersteller Pirelli.
Regen am Renntag zu erwarten




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