Max Allegri atmete hörbar auf. Der AC Milan hat ein bereits verloren geglaubtes Match in Palermo nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem Punktgewinn drehen können. Und der Trainer hatte mit der Hereinnahme von Bojan Krikic alles richtig gemacht, auch wenn er ohne Tor blieb.
Doch der Spanier und die Umstellung seines 3-5-2-Systems auf ein 3-4-3 brachten den gewünschten Schwung, der Milan immerhin ein 2:2 in Palermo einbrachte. Und das nach einem völlig verkorksten Beginn und einer ersten Hälfte, in der Milan ziemlich uninspiriert gespielt hatte, aber schon in der ersten Minute nach der Gelben Karte gegen Daniele Bonera zusätzlich zur ohnehin schon langen Ausfallliste im nächsten Spiel auch noch den Innenverteidiger wegen einer Sperre ersetzen muss.
Außerdem vergaben die Mailänder die wenigen herausgespielten Möglichkeiten leichtfertig und so ging Palermo angetrieben durch den agilen Fabrizio Miccoli kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung. Miccoli war in der ersten Hälfte der stärkste Palermo-Spieler gewesen, hatte sechs Schüsse auf das Milan-Tor abgegeben, von denen der gefährlichste nach einem katastrophalen Rückpass-Versuch von Kevin Constant die Querlatte touchierte.
Und er hatte nicht nur den Elfmeter zur Führung herausgeholt, sondern auch verwandelt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte er den Ball zwischen zwei Gegenspielern durchspielen wollen, Ignazio Abate wusste sich nur mit einem absichtlichen Handspiel zu helfen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Miccoli (45.) zur 1:0-Pausenführung, die Franco Brienza (48.) kurz nach der Pause noch ausbaute.
Milan dreht Partie gegen Palermo noch
Entschieden war aber noch lange nichts. Denn Allegri bewies mit der Hereinnahme von Giampaolo Pazzini und Bojan Krkic nach dem Seitenwechsel ein gutes Händchen. Denn vor allem Bojan sorgte immer wieder für Gefahr und brachte das Milan-Angriffsspiel ordentlich in Schwung. Auch wenn er die erste große Chance vergab, waren die Mailänder nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Ricardo Montolivo (69.) zurück in der Partie.
Als sich dann Miccoli Mitte der zweiten Hälfte auch noch verletzte, zwar weiterspielen konnte, aber deutlich an Agilität eingebüßt hatte, war der Widerstand Palermos völlig zum Erliegen gekommen. Palermo kam kaum noch aus der eigenen Verteidigung heraus und wurde mit dem Ausgleich bestraft. Torhüter Samir Ujkani konnte eine Abate-Flanke nur abklatschen, Stephan El Shaarawy stand parat und vollstreckte per Halbvolley zum 2:2-Endstand, der seinem Coach Allegri wohl eine weitere Gnadenfrist auf dem Posten als Coach des AC Milan brachte.
