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Datum: 16. Mai 2013, 14:29 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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8:3! US-Boys demütigen bei Eishockey-WM Russland

usa, russland, eishockey-wm
Die Russen wurden von den USA abgeräumt

Nach dem 3:5 in der Gruppenphase haben sich die USA im Viertelfinale der Eishockey-WM in Schweden und Finnland gegen Russland eindrucksvoll revanchiert. Mit einem 8:3-Sieg warfen die Amerikaner den Titelverteidiger und Rekordweltmeister überraschend aus dem Turnier.

Russland - USA 3:8 (1:2, 0:2, 2:4)

Tore: 0:1 Stastny (11:53), 0:2 Oshie (12:43), 1:2 Svitov (15:30), 1:3 Thompson (25:45), 1:4 Galchenyuk (37:31), 2:4 Ovechkin (41:38), 2:5 Carter (42:55/UZ), 3:5 Perezhogin (43:40/PP), 3:6 Trouba (48:11/PP), 3:7 Moss (49:56), 3:8 Stastny (50:07)

Strafen: 2:4

Nach dem Erfolg in der Gruppenphase wollte der Rekordweltmeister auch im Viertelfinale gleich von Beginn an zeigen, wer Herr im Haus ist. Alexander Ovechkin hatte nach nicht einmal 40 Sekunden die Riesenchance zur Führung, doch der junge US-Goalie John Gibson vom AHL-Team Norfolk Admirals parierte glänzend gegen den Star der Washington Capitals.

Mit geschicktem Forechecking konterten die Amerikaner die stürmische russische Anfangsphase - und trafen ihrerseits mit der ersten Chance: Craig Smith ließ Gegenspieler Biryukov stehen und passte die Scheibe auf den heranstürmenden Ex-Münchner Paul Stastny, der locker einschob.

Gibson überragend im Tor

Und die USA legten nach. Nur 50 Sekunden später passte Tim Stapleton den Puck auf den startenden TJ Oshie. Der Mann der St. Louis Blues visierte von der rechten Seite das kurze Eck an und erwischte Goalie Ilya Bryzgalov auf dem falschen Fuß.

Dann schlugen die Russen zurück: Sergei Soin startete mit der Scheibe aus der neutralen Zone, schüttelte zwei Gegenspieler wie lästige Fliegen ab und hatte das Auge für Alexander Svitov, der Gibson keine Chance ließ.

Zu Beginn des zweiten Drittels hatte Stephen Gionta (New Jersey Devils) in Unterzahl die Chance zum 3:1, doch die Latte rettete für Russland. Auf der Gegenseite hielt erneut der 19-jährige Gibson überragend gegen Ovechkin, der am zweiten Pfosten freistand.

Russen unsortiert

Wieder machten es die Außenseiter aus den USA besser: Nach einem Fehler von Svitov startete Ryan Carter (New Jersey Devils) durch, legte vor dem Tor quer auf Nate Thompson (Tampa Bay Lightning), der durch die Schoner von Bryzgalov hindurch einschob.

Auch im zweiten Drittel hatte der Titelverteidiger Probleme, sein gewohntes Aufbauspiel aufzuziehen. Immer wieder waren die bissigen Amerikaner eng am Mann und sorgten so dafür, dass sich die Sbornaja nie in der US-Zone festspielen konnte.

Paradebeispiel dafür war das 4:1 durch Alex Galchenyuk (Montreal Canadiens) nach Puckverlust von Yevgeni Kuznetsov in der eigenen Zone gegen den aufmerksamen Stastny. Die Russen, die gerade in der Vorwärtsbewegung waren, agierten unsortiert, sodass die Scheibe über zwei Stationen bei Galchenyuk landete. Der blieb cool, umkurvte Bryzgalov und traf ins offene Tor.

Bryzgalov durch Varlamov ersetzt

Für Russlands Goalie war das die letzte Aktion. Völlig entnervt machte er Semyon Varlamov, in Colorado Teamkollege von Stastny, Platz. Besser sollte es dadurch für die Russen jedoch nicht werden.

Eine Einzelaktion von Ovechkin brachte den Titelfavoriten zu Beginn des Schlussdrittels zwar auf zwei Tore heran, doch nach weiteren Treffern durch Carter in Unterzahl und Perezhogin folgte beim Stand von 3:5 nicht etwa eine furiose Schlussoffensive, sondern ein spektakulärer Zusammenbruch.

Binnen 116 Sekunden schenkten die US-Amerikaner Varlamov drei Tore ein - unhaltbar war keines davon. So wurde es am Ende die höchste russische WM-Niederlage seit dem 0:5 gegen Kanada 1955 in Krefeld. Acht Gegentore gab es zuvor lediglich beim 5:8 gegen Kanada bei den Olympischen Spielen 1960, die damals auch als WM galten.

Autor: Martin Jahns