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Jenseits von Mancinis Aufstellung, die ja nicht zum ersten Mal nach einem erfolglosen Champions League-Spiel gegen einen Bundesligisten ins Visier geriet (nach der Niederlage in München vor einem Jahr wurde sein Verzicht auf defensive Absicherung im Mittelfeld moniert), stellt sich aber auch die Frage nach der Klasse Yaya Tourés. Möglich, dass der Ivorer nicht im Vollbesitz seiner Fitness war, zwischenzeitlich sah es so aus, als humple er sogar etwas. Aber dann hätte er gar nicht spielen dürfen. Denn seine gewohnte Klasse und Vielseitigkeit konnte er gegen die mit und ohne Ball schnelleren Dortmunder selten zur Geltung bringen. Ist Dortmund einfach besser als die Premier League-Gegner, oder hatte Touré nur einen schlechten Tag?
4) Abseits des Rasens: Großartige Fans, fragwürdige Geschäftsführung
Sehr beeindruckt war man in Manchester von den vielen Tausend mitgereisten Dortmunder Fans, die das Spiel akustisch fast zu einem Heimspiel machten und eine Energie und Begeisterung an den Tag legten, die man in England gar nicht mehr kennt. Die Überlegenheit der Fankultur der Bundesliga gegenüber dem, was die Premier League aus der englischen Stadionatmosphäre gemacht hat, ein Klischee der deutschen und englischen Sportberichterstattung (auf beiden Seiten sind viele Journalisten der Meinung: In Deutschland alles toll, in England keine Stimmung mehr), wurde an diesem Abend im Südosten von Manchester tatsächlich einmal bestätigt.
Als Tottenham Hotspur vor wenigen Jahren in der Europa League in Leverkusen gastierte, sah das aber natürlich andersherum aus. Die Kombination von Dortmunder Fans und der sterilen Atmosphäre der City-Fans im immer noch ungeliebten neuen Stadion und der gleichzeitigen Umstrukturierung der früher extrem treuen und fanatischen Anhängerschaft des Clubs schaffte hier jedenfalls einen klaren Punktsieg für die Auswärtsfans.
Einen solchen Punktsieg wollte vielleicht auch Hans-Joachim Watzke landen, als er vor dem Spiel in extrem undiplomatischer Weise den Gastgeber und dessen Finanzgebaren kritisierte. Die Äußerungen waren wohl eher für den nationalen Markt gedacht, wo Watzke sich der Zustimmung eines Großteils der Fans sicher sein kann. Gegenüber Bayern oder Schalke wären ähnlich kritische Töne ja auch undenkbar. Aber als Boss des Deutschen Meisters kann man halt keine Interviews geben, die in England nicht gelesen werden.
Und dass auch die seriösesten englischen Zeitungen am Spieltag mit der Schlagzeile aufwarten: "Manchester City should be thrown out of Champions League, says Borussia Dortmund chief executive", ist nach objektiven Maßstäben ein PR-Desaster. Dass in Deutschland wiederum Viele sagen: "Da hat er doch Recht" mag ja sein. Aber die internationale Wirkung solcher Headlines ist halt eine andere, und wenn es darum geht, sich in Europa Anerkennung und Respekt zu verschaffen, ist das das, was Angela Merkel als "nicht hilfreich" bezeichnen würde.
Fazit: Jürgen Klopp ist in Europa angekommen. Seine Mannschaft auch. Die Fans ohnehin. Der Vorstand leider noch nicht.





