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SEITE 2 VON 3:
2. 3) Die Perspektive von Manchester City
Von: Daniel Raecke
Datum: 04. Oktober 2012, 10:12 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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3) Die Perspektive von Manchester City

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Sicher wäre die Interpretation, dass Neven Subotic kaum ausweichen konnte, als Sergio Agüeros Schuss/Hereingabe ihn am Ellenbogen traf, ebenso zulässig gewesen. Aber ein nicht angelegter Arm, der im Fünfmeterraum eine Torgelegenheit blockiert, ist grundsätzlich erst mal ein Handelfmeter, darüber lange zu hadern, bringt wenig. Selbst klare Fehlentscheidungen des Unparteiischen sollten nie die alleinige Geschichte des Spiels erzählen, genau das aber ist die deutsche Tradition, wie beim WM-Finale 1966, über das die meisten deutschen Fans nichts wissen, außer, dass es "das Wembley-Tor" gab, das natürlich nie hinter der Linie gewesen sei.

Für entsprechend errungene Siege gilt das natürlich nicht, siehe die WM-Titel von 1974 und 1990, bei denen jeweils zweifelhafte Elfmeter im Finale eine Rolle spielten. Diese sollten auch nicht die Erzählung dominieren, sondern immer das sportliche Geschehen. Und das wurde in Manchester wie ausgeführt von Dortmund dominiert und brillant gestaltet. Dass der BVB seine zahlreichen Chancen nicht verwertete, lag dabei zu großen Teilen gar nicht an eigener Unfähigkeit, sondern an einem Weltklassespiel von Joe Hart, dem besten, das man in letzten Jahren von einem Keeper auf diesem Niveau gesehen hat.

War das Unentschieden "unverdient"? Ja, zumindest hatte City sich den Punkt nicht verdient und war vor allem in der zweiten Hälfte klar die schlechtere Mannschaft. Aber wichtiger als das Lamento über den späten Ausgleich sollte die Erkenntnis sein, dass Dortmund sehr viel richtig gemacht hat, und welche Qualitäten die Mannschaft von Jürgen Klopp in den anstehenden Spielen gegen Real Madrid auf den Rasen bringen kann.

3) Die Perspektive von Manchester City

Da zu einem Spiel immer zwei Mannschaften gehören, was zwar ein Herbergerismus sein könnte, in der sportjournalistischen Praxis aber kaum Allgemeingut zu nennen ist,  wollen wir uns auch fragen, wie City besser hätte ins Spiel kommen können, und was die Probleme waren, die den Englischen Meister am Zugriff auf dieses wichtige Champions League-Heimspiel hinderten.

Vorab muss man allerdings festhalten, dass auch City durchaus zu Chancen kam und bei einem durchschnittlichen Tag von Roman Weidenfeller vielleicht gewonnen hätte. Die Gelegenheiten entsprangen allerdings auch vor der Pause (in der die Gastgeber alles in allem einigermaßen gleichwertig in einem sehr guten Spiel waren) mehr als beim BVB Einzelaktionen und der individuellen Klasse von Sergio Agüero oder David Silva. Taktisch verlor Roberto Mancini das Duell gegen Jürgen Klopp.

Auch das ist indes eine Analyse nach Ansicht des gesamten Spielverlaufs. Das Gegentor selbst resultierte mehr aus einem krassen individuellen Fehler des eingewechselten Jack Rodwell, für den die pressenden Dortmunder zwar ein Faktor, nicht aber die Hauptursache waren.

Kritisiert wurde Mancini in den englischen Medien vor allem für seine Aufstellung von Matija Nastasic in der Innenverteidigung neben Vincent Kompany, auf Kosten von Joleon Lescott. Mit diesem verbinden Viele offenbar die Erinnerung an die beste Abwehr der Premier League der vergangenen Saison (29 Gegentore in 38 Ligaspielen). Die 18 Gegentore in den zehn Pflichtspielen der laufenden Saison (noch kein Zu Null) erklären sich aber nicht nur aus dieser Personalie, denn Lescott spielte in der Hälfte aller Begegnungen. Eher ist die Formschwäche des in der Vorsaison so überragenden Kompany ein Erklärungsansatz.

Eine weitere interessante Personalie betraf den Angriff, in dem Edin Dzeko überraschend den Vorzug vor Carlos Tévez und Mario Balotelli erhalten hatte. Hier stellt sich tatsächlich die Frage, ob Dzeko der richtige Stürmertyp gegen Dortmund war. Schließlich konnte er seine Stärken gegen die hohe Abwehr kaum ausspielen, hier hätte ein schnellerer, wendigerer Angreifer wie Tévez (oder auch Balotelli, der immerhin ganz gute Erfahrungen mit Mats Hummels gemacht hatte bei der EM) mehr bewirken können. Denn die Angriffschancen, die City vor allem vor der Pause hatte, entsprangen ja schnellen Spielverlagerungen und Bewegung in Richtung der Außen, wenn Dortmund nicht so schnell zum Ball verschieben konnte - wie etwa bei Zabaletas Flanke vor der Großchance von David Silva vor der Pause.

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